Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

12

Marchfeld-,  diese  kann  wohl  auch  ein  mit  der  Geschichte  und  Geographie ­
  nicht  gänzlich  unbekannter  Franzose  erratlien,  schwerlich
aber  dass  unter  Rocquendolfe  der  Graf  Rogendorf  gemeint
sei,  der  Schwager  des  GrafenNiklas  Salm  durchseine  Schwester
Elisabeth.  Ueber  die  noch  nicht  gänzlich  aufgehellte  Geschichte
dieses  Ueberläufers,  welcher  der  Gardehauptmann  Carl’s  V.,  von
demselben,  wie  es  scheint,  an  seiner  Ehre  gekränkt,  am  27.  September ­
  1547  zu  Konstantinopel  ankam,  sich  als  Herrn  von  sieben
Schlössern  in  Oesterreich  dem  Grosswesir  Rustempascha  vorstellte, ­
  und  als  türkischer  Muteferrika  in  die  Dienste  der  Pforte
trat,  hat  zuerst  die  Geschichte  des  osmanischen  Reiches  diese
vorher  unbekannten  Lebensumstände  desselben  bekannt  gemacht 1 )
und  Bergmann  denselben  in  seine  Medaillen  Sammlung  aufgenommen ­
  s ).  Rog  en  d  o  rf  kam  über  Adrianopel,  wo  er  schon  im  Mai
desselben  Jahres  angekommen  war,  und  Herr  v.  Aramont  berichtet ­
  über  ihn  aus  Adrianopel  am  4.  Mai  1547  in  Antwort  auf
Depeschen,  durch  welche  ihn  noch  Franz  I.  besonders  anempfohlen ­
  hatte,  das  Folgende  über  die  Ursache  der  Unzufriedenheit  R  ogendorf’s ­
  mit  dem  Kaiser,  der  wider  ihn  dessen  Gemahlin  in
Schutz  genommen  und  ihr  den  grössten  Theil  seiner  Güter  zugesprochen ­
  hatte.
Par  deax  depeches  que  je  trouvay  d  Venise,  nv  en  retour  -
nant  par  de$ä,  il  vous  pleat  me  Commander  que  je  recherchassc
bien  particulierement  l'occasion  de  la  venue  du  comte  de  Rocqendolfe
  en  ce  pais,  pour  vous  endonner  advis:  ce  que  je  n’ay  failly
de  faire  leplus  diligemment  qu’il  m'a  este  possible,  etn'aytrouve

4 )  Geschichte  des  osmanischen  Reiches.  III.  B.  S.  274—277;  716.
2 )  Herr  Custos  Bergmann  war  so  gefällig,  über  Rogendorf  und  seine  Verwandtschaft ­
  mit  dem  Grafen  Salm  folgende  Auskunft  zu  liefern  :
Wilhelm  Freiherr  von  Rogendorf,  f  im  August  1541.  Gemahlin:
Elisabeth,  Gräfin  von  Oettingen.
1)  Elisabeth  —  Gemahlin  des  Grafen  Niklas  des  Aeltern  von  Salm,
f  an  einer  Wunde  bald  nach  der  Belagerung  Wiens  1529;  somit
war  er  Schwiegersohn  Willi  c  1  m’a  von  Rogendorf.  Deren  Sohn:
Niklas  der  Jüngere,  Graf  von  Salm,  f  1550  zu  Erlau.
2)  Christoph  Freiherr  von  Rogendorf,  seit  15.  Dec.  1537  Graf  zu
Guntersdorf  etc.  Gemahlin:  Elisabetha,  Tochter  des  Herzogs  Friedrich ­
  von  Sachsen,  und  Witwe  des  am  26.  Febr.  1539  gestorbene»
Grafen  Ernst  von  Mannsfeld.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.