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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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hiesigen  Hochschule  ernannt  worden,  und,  wollte  ich  den  Namen
eines  ordentlichen  Lehrers,  in  anderem  Sinne  genommen,  auch
verdienen,  so  musste  ich  alle  anderen  Arbeiten  für  den  Augenblick
bei  Seite  schieben  und  mich,  unvorbereitet  wie  ich  war,  mit  der
angestrengtesten  Thätigkeit  auf  den  raschen  Beginn  meines  neuen
Berufes  vorbereiten.  Zudem  musste\  wollte  ich  nicht  nutzlos  lehren, ­
  ein  grammatischer  Leitfaden  für  meine  Schüler,  ihren  speziellen ­
  Bedürfnissen  entsprechend,  ein  verlässlicher,  dabei  billiger
Text  eines  alten  Denkmals  unserer  Sprache  zur  sogleichen  Anwendung ­
  des  Erlernten  im  Sturmschritte  geschaffen  werden.  Sie  werden ­
  es,  m.  II.,  daher  begreiflich  finden,  und  nur  desshalb  erwähne
ich  diess  hier,  dass  ich  in  solchem  Gedränge  nicht  an  die  mühsame,
viele,  sehr  viele  Zeit  und  Ruhe  erfordernde  Untersuchung  der
trockenen  Namenreihen  unseres  Todtenbuches  gehen  konnte,  wie
sehr  es  mich  auch  nach  ihnen  hinzog.
Um  nun  diese  Zeit  nicht  ungenützt  vorüberstreichen  zu  lassen,
wollte  ich  die  Handschrift,  da  ich  es  nicht  konnte,  mittlerweile
durch  «andere  in  anderer  Richtung  ausbeuten  lassen,  was  früher
oder  später  dennoch  hätte  geschehen  müssen,  und  meinem  Vorhaben
nur  förderlich  sein  konnte.  Ich  meine  die  Untersuchung  des  urkundlichen ­
  Theiles  derselben.  Ich  übergab  daher  die  Handschrift
dem  k.  k.  Haus-Archiv,  wo  sie  auch  während  dieser  Zwischenzeit
sicherer  verwahrt  schien,  als  in  Privathänden,  mit  der  Bitte,  im
Interesse  der  guten  Sache  die  Urkunden  des  Codex  mit  ihren  Abdrücken ­
  in  Beda  Seeauer’s  „Chronicon  novissimum  S.  Petri.
Augustae  Vindel.  1772.  fol.”  vergleichen  zu  wollen.  Als  Ergebniss
dieses  Nachvergleiches  stellte  sich  nun  heraus,  dass  die  Abdrücke
im  Chronicon  höchst  ungenau  zu  nennen  sind,  ja  zu  ernsterem
wissenschaftlichem  Gebrauche,  namentlich  wo  es  auf  geschichtliche ­
  Kritik  ankommt,  völlig  ungenügend,  und  zwar  aus  folgenden
Gründen:  Erstens  sind  nämlich  nicht  alle  Urkunden  abgedruckt,
zweitens  sind  die  abgedruckten  nicht  vollständig  wiedergegeben, ­
  es  fehlen  allenthalben  die  so  wichtigen  Zeugen  an  denselben;
und  endlich  drittens  sind,  wie  schon  erwähnt,  die  Abdrücke
so  ungenau,  dass  ihre  Berichtigung,  an  die  man  allenfalls  als
Auskunftsmittel  denken  könnte,  gerade  so  viele  Arbeit  und  Druckkosten ­
  erfordert,  als  ein  vollständigerer  und  verlässlicherer
Wiederabdruck  derselben,  der  bei  einem  Denkmale  dieses  hohen
            
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