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Rossini 30 fl., Catharina Strass old in auf 6 Monate mit 570 fl.
und noch 3 Choristinnen mit S fl. bis 16 fl. monatlich.
In Bucellini’s „Germania topographica. Ulmae 165S” heisst
es bei dem Hofstaat K. Ferdinand’s III. vom Jahre 1655, nachdem er
die Namen der 4 Bassisten, 4 Tenoristen und 5 Ältisten aufgezählt
hat: Discantista; (Castraten). Vocum miraculae: „Bartholomeo
Fregosi Pistoiensis (von Pistoja), Dominico Pane,
Romanus, Dominico Proglie, Philippo Wismario, Boloniensis,
(Bologna)”.
Man sieht aus dem Ausdruck „vocum miraculae” welchen
Rufes sieh die k. Kammer-Capelle erfreute: das geschah schon
unter den Auspicien der Kaiserin Eleonora II., der jungen Gemalin
' des kränkelnden 1 ) Kaisers, zwei Jahre vor seinem Tode.
Nicht minder entscheidend für das Aufblühen des Theaters
war aber das Wirken der dritten Gemahlin Ferdinands, der Kaiserin
Eleonora von Mantua, die ich der Kürze halber zur Unterscheidung
mit Eleonora II. hier bezeichnen will. Sowie sie, selbst
Malerin -), durch die in ihren Dienst aufgenommenen eigenen Hofmaler,
wie bekanntlich Christoph Lauch und Carpofero Tencala
3 ), sich als Beschützerin der bildenden Kunst beurkundete,
wendete sie auch der höheren Tanzkunst eine besondere Sorge zu.
In ihren Ilofstatus vom Jahre 1655 zeigt sich nämlich eine Vermehrung
der bisherigen Hoftanzmeister auf das Doppelte. Nebst
dem Balletmeister San ta Ventura, welchen schon die Kaiserin
Maria im Jahre 1640 mit jährlichen 600 fl, angestellt hatte, er-*)
Bi - war bekanntlich sehr der Gicht unterwürfen, welcher wahrscheinlich
durch die häufigen Aderlässe begegnet werden sollte, deren jährlich regelmässig
zwei aus der Hofcasse und zwar an den 1. Leibbarbier Batzenhofer
mit 150 fl. und dem 2. Leibbarbier Rössler mit 90 fl. bezahlt wurden. 1639
erhielt der Medicus Hieronimus Pisani wegen Iro Mjst. präsentirte ,,Präservativa”
(gegen die Pest etwa?) 100 fl. 1655 erscheinen zum erstenmal
in den Hofacten „aplizirte ögl” (Blutwürmer) als Surrogat der Aderlässe.
3 ) Charles Patin berichtet in seinen 1673 zu Basel gedruckten Reise-Relationen
p. 32 von ihr: „L’imperatrice douairiere aime la peinture et
,,se divertit mesme ä peindre. J’ai vu le tabtean d’une Vierge de sa main
„qu’on conserve dans un des Thresors de l’Empereur. ”
3 ) Z. v. meine „Materialien zur österreichischen Kunstgeschichte”, in dem von
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Archiv.
Wien 1851.