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Texte zur nöthigen Würze dienen müssen. Die kaiserliche Ilofcapellc
war aber unterMatthias auf eine, weder früher noch später
vorkommende Art in Verfall geratlien. Von dem reichen Hofsänger-Personal
seines Bruders K. Rudolphs II., confirmirte z. B. Matthias
anfänglich nur zwei Tenor, einen Bassisten, entliess sämmlliche
Discantislen, und nahm erst später von Bass, Alt, Tenor und
Discant, je 6 Sänger in den Dienst. So kömmt endlich unter ihm
als Unicum in der breiten Masse der Hofregcsten die Stelle vor:
161S. „Vom löblichen Prälatenstandt in Oest. ob der Enns
auf Ihr Maj. allergncdigistes ersuechen und begehren abennalln
zue etwas Unterhaltung ihr k. M. Capell Musik eine Jaresgebühr
mit 1000 fl.” — Nach meiner Ueberzeugung hatte an diesem
Verfall der Hofcapelle nicht Matthias Abneigung Schuld getragen,
sondern die freilich wegen der Krone Polens und der röm. Königswahl
Rudolphs gebotene verschwenderische Freigebigkeit Max II.
besonders in seinen letzten zwei Lebensjahren, dann die üble
Gebahrung Rudolphs II. und andere politischeAVirrcn, wovon das
Nähere an einem andern Orte. Die Einkünfte des Hofes waren
dadurch auf das Aeusserste beschränkt worden, so dass in allen
llofbesoldungen mehrjährige Rückstände Vorkommen. Der Notliverkauf
so vieler k. Herrschaften, wie: Nikolsburg, Eisgrub,
Kammer, Kogl, Frankenburg, Schreins, Rosenau u. a. m. zu jener
Zeit war nicht im Stande, der Hofcasse aufzuhelfen, da der bald
darauf ausgebrochene dreissigjährige Krieg das Uebel nur noch
mehrte. Die Hofcasse-llechnungen geben unter Ferdinand II. die
genauen Nachweisungen über die verfehlte Regierungs-Politik
jener Zeit.
Unter Matthias, welchem Wien nach einem 26jährigen Zeiträume
wieder die landesfürstliche Residenz verdankte, kommen auch
neben dem gewöhnlichen Hofmusik-Personale bis zum Tode der K.
Anna drei neue Anstellungen vor, nämlich : vom Jahre 1613 an: Der
Kammerlutinist Pietro Paulo Melly mit monatlichen 25 tl. Sold;
1615 Alois Ferrari kliays. „Harphenist” mit 20 tl., endlich 1617
die Kammermusikantin (Sängerin) Angela S tarn p in (Stamp) mit
monatlichen 20 11. Sie dienten der Kaiserin, deren Mutter, eine
mantuanische Prinzessin, ihr schon in der frühesten Jugend die
Liebe zur Musik in das Herz gepflanzt. Anna hatte bereits nahe
an ihrem 27. Lebensjahre das väterliche Haus zu Innsbruck, dem Sitze