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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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cs  weder  einer  Beziehung -  noch  Auslegung,  da  die  gleichzeitigen
geschichtlichen  Belege  ebenso  deutlich  als  reichhaltig  sind.  Um
übrigens  einer  sachkundigen  Beurthcilung  Raum  zu  geben,  dann
die  Benützung  des  Stoffes  auch  zu  anderen  Zwecken  und  in  anderen
Richtungen  zu  ermöglichen,  sind  am  Ende  die  Quellenstellen  im
Originaltext  angeschlossen.
I.  Abschnitt.
Die  Auslagen  für  die  vor  „  Seiner  röm.  khuniglichcn  oder
khays.  Majestät”  sich  producirenden  Comödianten,  Springer,
Sänger,  Ringer  u.  s.  w.  fielen  nach  dem  bestandenen  Zahlungssystem ­
  in  der  Regel  dem  allgemeinen  Staatshaushalte  zur  Last,
und  wurden  von  den  Hof-Einkünften  aus  den  Kronländcrn  bestritten. ­
  Die  Künstler  erscheinen  mit  Namen,  der  Gattung  ihrer
Production,  und  den  erhaltenen  Beträgen  in  den  Zahlungsbelegen ­
  ;  nur  wenigen  von  ihnen  wurden  nebenbei  manchmal  Beiträge ­
  aus  der  „gehaimben”  Kammer  (dem  landesfürstlichen
Privatvermögen)  zu  Theil.  Die  betreffenden  Acten  sind,  mit
Ausnahme  von  ein  paar  Fascikeln,  vom  Jahre  1543  bis  1750
zur  Archäologie  des  Hoftheaterwesens  von  Wien  und  zum  Theil
von  Prag  vorhanden.  Von  den  Tagebüchern  der  „gehaimben”
Kammer  existiren  nur  sehr  wenige,  bruchstückweise,  welche
hier  benützt  wurden.
Nach  der  Erbländcrtheilung  K.  Ferdinand’s  I.  unter  seine
Söhne  gab  cs  im  16.  und  17.  Jahrhunderte  aber  auch  Erzherzogliche ­
  Hoflager  in  Graz  und  Innsbruck,  wo,  wie  die  hiesigen
Acten  manchmal  verrathen,  Vorstellungen  der  Jünger  Thailens
aller  Art  Statt  hatten,  über  welche  man  vielleicht  an  Ort  und
Stelle  Aufzeichnungen  linden  wird,  um,  vereint  mit  jenen  von
Wien  und  Prag,  ein  vollständiges  Bild  von  dem  Schutze  zu  erhallen, ­
  welchen  die  österreichischen  Fürsten  aus  dem  Stamme
Habsburg  der  dramatischen  Kunst  an  ihren  Höfen  angedeihen
Hessen.
Bis  diese  Quellen  in  Gratz  und  Innsbruck  ausgebeutet  sein
werden,  mögen  einstweilen  jene  von  Wien  aushelfen,  von  welchem
damals  ohnehin  der  Impuls  ausgegangen.
Da  in  der  Regierungszeit  K.  Ferdinands  I,,  wie  ich  bereits
im  3.  Band  meiner  Wiener  Skizzen  des  Mittelalters  bemei'kt,
            
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