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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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dein,  oder  gar  von  einem  Einflüsse  im  Reiche  der  Lust  und  der
Zerstreuungen  des  Hofes  ,  ist  durchaus  keine  Rede.  Kaum  werden
die  beiden  Eleonoren  und  die  Kaiserin  Claudia  als  Fürstinnen  von
Geist  und  Sinn  für  die  Tonkunst,  so  wie  als  ausübende  Talente
in  derselben  angeführt.
Dagegen  erblickt  man,  abgesehen  davon,  dass  vom  ersten
Viertel  des  17.  Jahrhundertes  an  jedes  kaiserliche,  königliche ­
  oder  erzherzogliche  Reilager  zu  einem  festlichen  Theater,
als  Courtoisie  gegen  die  hohe  Braut,  Veranlassung  gegeben,—
in  den  Hofregeslen  eine  ganze  Reihe  gekrönter  Frauen  und  kaiserlicher ­
  Töchter  als  Chorführerinnen  des  Drama’s  sowohl  als  auch
der  Tonkunst  und  des  dramatischen  Tanzes.  Wir  finden  1617
in  den  Acten  die  „Cammermusikantin  (Sängerin)  Angela  Starnpin”
  (Stamp)  der  Kaiserin  Anna,  als  die  erste  weibliche  Anstellung
dieser  Art  am  Wiener  Hofe.  Die  Kaiserin  Claudia  bringt  1673
eine  Catalani  ihrer  Zeit,  die  „Musikantin”  Vicencia  Mazzotti
aus  Tirol  nach  Wien  mit.  Wir  sehen  eine  Gemahlin  K.  Ferdinande ­
  II.,  Eleonora,  obige  in  Italien  früher  gereiften  Künste  aus
dem  väterlichen  Hause  von  Mantua  an  ihren  Wienerhof  verpflanzen,
und  die  Kaiserinnen  eigene  Hausmusik-Capellen  der  grossen  Ilofcapelle
  zur  Seite  halten.  Wir  sehen  schon  die  Töchter  K.  Ferdinand’s
  II.  an  der  Spitze  des  dramatischen  Tanzes;  die  spanische
Maria,  K.  Ferdinand’s  III.  erste  Gemahlin,  deren  ausgezeichnete
Schönheit  und  Animith  ihre  Zeitgenossen  so  bezauberte,  wird  zur
förmlichen  Gründerin  und  Schutzfrau  der  Hofballete,  zu  welchem
Zwecke  sie  zwei  Hoftanzmeister  in  ihren  Status  aufnimmt,  deren
Zahl  sich  unter  ihren  Nachfolgerinnen  bedeutend  vermehrt.  Von
nun  an  sind  es  die  Prinzessinnen  des  Hauses,  Königinnen,  Churfiirstinnen
  und  Herzoginnen,  so  wie  die  kaiserl.  Erzherzoge  mit
den  fremden  Prinzen  und  dem  Hofadel  beiderlei  Geschlechtes,  ja
der  26  Lebensjahre  zählende  Kaiser  Leopold  selbst,  an  der  »Seite
der  16jährigen  blühenden  Kaiserin  Margaretha,  welche  den
Komödien  nach  dem  Schlüsse  eines  jeden  Actes,  der  Faschings-Ridicola
  oder  „Burleske”,  oder  den  Serenaden  oft  durch  Tänze
den  Hauptreiz  verliehen;  häufig  ist  die  gesungene  Vorstellung
sogar  dem  Tanze  untergeordnet.  Kaiserin  Eleonora  die  zweite
steht  als  Gönnerin  dieser  Künste  noch  bei  weitem  höher  als  alle
obgenannten  Fürstinnen.  Wir  sehen  schon  unter  Ferdinand  II.  den
            
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