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dein, oder gar von einem Einflüsse im Reiche der Lust und der
Zerstreuungen des Hofes , ist durchaus keine Rede. Kaum werden
die beiden Eleonoren und die Kaiserin Claudia als Fürstinnen von
Geist und Sinn für die Tonkunst, so wie als ausübende Talente
in derselben angeführt.
Dagegen erblickt man, abgesehen davon, dass vom ersten
Viertel des 17. Jahrhundertes an jedes kaiserliche, königliche
oder erzherzogliche Reilager zu einem festlichen Theater,
als Courtoisie gegen die hohe Braut, Veranlassung gegeben,—
in den Hofregeslen eine ganze Reihe gekrönter Frauen und kaiserlicher
Töchter als Chorführerinnen des Drama’s sowohl als auch
der Tonkunst und des dramatischen Tanzes. Wir finden 1617
in den Acten die „Cammermusikantin (Sängerin) Angela Starnpin”
(Stamp) der Kaiserin Anna, als die erste weibliche Anstellung
dieser Art am Wiener Hofe. Die Kaiserin Claudia bringt 1673
eine Catalani ihrer Zeit, die „Musikantin” Vicencia Mazzotti
aus Tirol nach Wien mit. Wir sehen eine Gemahlin K. Ferdinande
II., Eleonora, obige in Italien früher gereiften Künste aus
dem väterlichen Hause von Mantua an ihren Wienerhof verpflanzen,
und die Kaiserinnen eigene Hausmusik-Capellen der grossen Ilofcapelle
zur Seite halten. Wir sehen schon die Töchter K. Ferdinand’s
II. an der Spitze des dramatischen Tanzes; die spanische
Maria, K. Ferdinand’s III. erste Gemahlin, deren ausgezeichnete
Schönheit und Animith ihre Zeitgenossen so bezauberte, wird zur
förmlichen Gründerin und Schutzfrau der Hofballete, zu welchem
Zwecke sie zwei Hoftanzmeister in ihren Status aufnimmt, deren
Zahl sich unter ihren Nachfolgerinnen bedeutend vermehrt. Von
nun an sind es die Prinzessinnen des Hauses, Königinnen, Churfiirstinnen
und Herzoginnen, so wie die kaiserl. Erzherzoge mit
den fremden Prinzen und dem Hofadel beiderlei Geschlechtes, ja
der 26 Lebensjahre zählende Kaiser Leopold selbst, an der »Seite
der 16jährigen blühenden Kaiserin Margaretha, welche den
Komödien nach dem Schlüsse eines jeden Actes, der Faschings-Ridicola
oder „Burleske”, oder den Serenaden oft durch Tänze
den Hauptreiz verliehen; häufig ist die gesungene Vorstellung
sogar dem Tanze untergeordnet. Kaiserin Eleonora die zweite
steht als Gönnerin dieser Künste noch bei weitem höher als alle
obgenannten Fürstinnen. Wir sehen schon unter Ferdinand II. den