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lung” sammt Ballet am Wiener Hofe 1724, deren Seenerie uiul
Costüm, ohne die übrigen Auslagen, 75,994 fl. kosteten — besteht
ein gewaltiger Abstand, und doch war Alles ein Silberblick der
dramatischen Kunst für seine Zeit.
Verfolgen wir nun die Pulsschliige des Drama’s in der Wiener
Burg von Jahr zu Jahr, so erhält die in dieser Beziehung bis auf
Leopold 1. ganz abgängige, von da an bis auf Carl VI. aber äusserst
lückenhafte Cul(Urgeschichte des llofes Ausdruck und Farbe.
Das Drama ist ein Höhenmesser der Bildung , und in seinem
höheren Aufschwünge die Schwalbe des Frühlings für die bildenden
Künste jeglicher Gattung. Glücklicherweise sind von Max II.
an bis auf Maria Theresia die Kosten der Productiouen, so wie
später der Dichtungen, Musik und des Ballets ziemlich vollständig
aufgezeichnet; vergleicht man sie mit dem alten Musik-Archiv der
k. k. Hofbibliothek und des Wiener Musikvereins, dann mit den
gedruckten Text-Büchern der gesungenen Vorstellungen, so verschwinden
die obberührten Geschichtslücken, und des ersten Hofes
in Europa, jenes des röm. Kaisers, grosses, bisher nicht gehörig
gewürdigtes Verdienst um den Schutz und die Erhebung des
Drama’s bis zur höchsten Potenz, stellt sich auf eine glänzende
Art heraus.
Bei diesen archivalischen Forschungen fühlte ich mich aber
auch durch stete Erscheinungen einer voranleuchtenden Thätigkeit
des weiblichen Theiles des Kaiserhofes belohnt, der über hundert
Jahre nicht nur mit der „Grazie züchtigem Schleier” schützend
über der Kunst geschwebt, sondern vielmehr das Feuer ihres erhöhten
geistigen Lebens selbst angefacht und gehütet hat. Die
in der ltegel vom Jesuiten-Einllusse beherrschten, der Sonnenblume
gleich sich wendenden älteren österr. Geschichtsbücher erwähnen
nämlich der römischen Kaiserinnen und Prinzessinnen, der Mütter
und Gemahlinnen mancher, für europäisches Wohl und Wehe
massgebender Regenten, auf welche die Eindrücke der ersten
oder nächsten Umgebung gewiss nicht ohne Einfluss geblieben,
oft gar nicht, oft nur mit einigen Worten des hohen
Grades ihrer Religiosität, sprechen höchstens von an ihren
Leichen vorgenommenen Secirungen, von ihren Armgürteln mit
eisernen Dornen, und der Ertödtung ihrer Schönheit, oder
ihrem Kloster-Eintritt u. s. w.; von ihrer Theilnalnne an Welthän-