Ueber das mitteldeutsche Buch der Väter.
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Fr. Pfeiffer erklärt Marienlegenden p. XVI., dass
der Verfasser des Passionais und des Buchs der Väter
,es liebe hie und da im Texte (nicht am Schlüsse von Abschnitten
!) Paare von drei gleichlautenden Reimen sich folgen
zu lassen' und betrachtet diese Eigentümlichkeit allein schon
als einen entscheidenden und vollgültigen Beweis, dass das
Passional und das Buch der Väter von demselben Dichter
herrühre, denn diese Eigentümlichkeit sei bei keinem anderen
Dichter wahrgenommen worden. 1
In den nicht zweihundert Reimzeilen, die Diefenbach
aus dem Werke mitgetheilt hat, von denen noch überdies die
Verse des Schreibers müssen in Abzug gebracht werden, bildet
sich S. 14 die Stelle:
Zu de die by der zesewen sint
Nu komt min vil liebe kint
Die mine fater geseget sint
Besitzet froliche
Daz ewiac (sic) riche
Vil geweldecliche.
Schon diese eine Stelle mit zweimal drei gleichen Reimen
würde den Beweis hersteilen, dass der Barlaam und Josaphat
der Laubacher Hs. mit dem Buch der Väter und dem
Passional den Verfasser gemein habe. Wenn nun jemand
einwenden wollte, dass ein Nachahmer darauf verfallen sein
könnte, so liegen in den wenigen von Diefenbach abgedruckten
Versen noch Beweise vor, dass wir es mit keinem
Nachahmer zu thun haben, sondern mit dem Erfinder der
1 ,Zweimal drei gleiche Reime hat sich nur der Verfasser des Passionais
erlaubt“ W. Grimm, Geschichte des Reims S. 100—101. ,Nicolaus
von Jeroschin hat sie von ihm gelernt“ Fr. Pfeiffer Beiträge zur
Geschichte der mitteldeutschen Sprache und Litteratur S. LII. Zu dem
von Fr. Pfeiffer in den Marienlegenden S. XVI. angeführten Beispiele
hat Zingerle Sitzungsberichte LXIV, 152 ein zweites aus der Leipziger
Hs. beigebracht, nämlich die sechs Verse, aus der zweiten Vorrede
l d 174 — 179. Es Hessen sicli noch andere beibringen, wenn es notliwendig
wäre, diese allgemein anerkannte Eigenheit des Dichters erst
noch weitläuftig zu beweisen. Damit sie übrigens jedermann leicht finde,
will ich die Stellen hier angeben: Crist : ist : bist : schöne : cröne : löne
30 b 62; treit: ewiclieit : clärheit : Syön : lön : döu 30 b 74; wären : jären :
enpäreu : pflägen : lägen : vrägen 129° 105.