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H a u p t.
Fortschreiten seiner Werke auch in der Kunst fortschreitet.
So hoch der eselhütende Löwe des Passionals über dem des
Buches der Väter steht, eben so hoch übertrifft an feiner
Darstellung der böse Julian im dritten Bliche den im zweiten.
Wer nur einen oberflächlichen Blick auf den eselhütenden
Löwen in beiden Recensionen wirft, sieht, dass sich der Dichter
im Verlaufe der Arbeit jenen Lakonismus der Kunst aneignet,
den Göthe als eines der wichtigsten Gesetze ausgesprochen hat.
Ich hoffe, es wird niemand mehr dem Dichter zumuthen, eine
fremde Arbeit überarbeitet zu haben, wie das Gödeke 1. c.
eben wegen dieses eselhütenden Löwen gethan hat.
5. In der Vorrede zum zweiten Theile 59'‘147—150 sagt
der Dichter:
Ob lihte anderswä nu hat
ieman diz bvche getihtet unde in dütsch berihtet
des enkan ich wizzen niht.
Diese Worte können nur bestimmt sein, einen ihm gemachten
Vorwurf abzuwehren. Offenbar musste er im ersten
Theile solche Stücke bearbeitet haben, die auch schon andere
,in dütsch"' berichtet hatten. Welche können dies nun sein?
Ueberblickt man den Inhalt des Lib. I. der Vitae patrum,
so fällt zunächst eine Legende in die Augen, die allerdings
schon in der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts ist bearbeitet
worden, nämlich Barlaam und Josaphat von Rudolf
von Emse.
Ein deutscher Barlaam und Josaphat, streng und
genau in der Weise des Dichters, ist erhalten und zwar in
einer Hs. der Grafen Solms zu Laubach.
Zum erstenmal von derselben hat Nachricht gegeben
Beneke in den Göttinger gel. Anzeigen Jahrg. 1820 Stück 34,
wo er die Ausgabe des Rudolfischen Barlaam von Köpke
Berlin. 1818. 8°. anzeigt. Weitere Berichte mit der Vor- und
Schlussrede sammt einem Stück aus dem Texte selbst gab
L. Diefenbach ,Mittheilungen über eine noch ungedruckte
mittelhochdeutsche Bearbeitung des Barlaam und Josaphat.
Giessen 1836. 8°.‘