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Die erste Legende, womit der Dichter sein Werk eröffnet,
ist die des h. Antonius als des Stifters und Erzvaters
aller Einsiedler. Er folgt aber nur stellenweise der
Biographie desselben, die Athanasius von Alexandria
griechisch verfasst und Evagrius von Antiochia ins lateinische
übersetzt hat. 2 .Gleich nach capp. I —111, die er hiei
frei genug bearbeitet hat, schiebt' der Dichter ein Stück ein,
wie der Vater aller Einsiedler, um nicht von bösen Gedanken
gequält zu werden, sich mit Handarbeiten beschäftigt, besonders
mit Korbflechterei, die überhaupt eine Lieblingsarbeit
aller Väter in der Wüste war. Hierauf folgt wieder cap. IV
aus der Vita, dann werden einzelne Stücke aus den folgenden
Capiteln ausgewählt, andere aus den übrigen Büchern der
Vitae patrum eingeschoben, so die Geschichte von Pior,
1 Der Ausdruck leitesman, der auch 1, 114 erscheint, ist ein prenssisehel'
terminus technieus. Er kommt mit Ausnahme der Mystiker I. 51, 8 nur
bei Jeroschin vor: 17,850. 18,501. 20,094. Vergleiche übrigens in
Scriptores rer. Prass, die littauischen Wegeberichte II, 062—708. Da
begegnet auch der Plural ,leiteslüte‘, 670, 681.
2 Ich benütze überall, wo ich mich auf den lat. Text berufe, die ,Vitae
patrum Studio H. Rosweydi. Editio seeunda. Antverpiae 1628. f.‘
Diese Sammlung ist in zehn Bücher abgetheilt. Liber I ist eine Sammlung
verschiedener Vitae von verschiedenen Verfassern, II und III ist
von Ruffinus Aquileiensis, IV von Severus Sulpitius und
Johannes Cassianus, V aus dem Griechischen übersetzt vom römischen
Diacon Pelagius, VI desgleichen von dem römischen Subdiacon
Johannes, VII ebenso von dem Diacon Paschasins. Bis hieher
reicht der alte Grundstock der Vitae patrum, wie dieselben im
Mittelalter gelesen wurden. Für die Bücher VIII—X oder die Bücher
des Palladius von Hellenopolis, des Theodoretus und Johannes
Moschus lagen im Mittelalter andere Bearbeitungen den Lesenden
bereit, als die Roswey di ns in seine Ausgabe aufgenommen hat. Die
ältesten Ausgaben, sowie die sämmtliclien Hss. der Vitae unterscheiden
sich sehr bedeutend nach dem Inhalte und Umfange. Ueber diese
Unterschiede hat H. Rosweydins weitläuftig gehandelt 1. c. Prolegom.
XVII—XXIV, pag. LVII—LXXXII.