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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

lieber  das  mitteldeutsche  Buch  der  Väter.

75

Der  werlde  hört  wol  vberträt.  Des  bite  ich  als  ich  iz
y  bat
Daz  clv  mit  mir  sist  dar  an,  Jhesu  getruwer  lettesman
(1.  leitesman),
Dvrch  die  werden  vrovde  gröz  Die  sich  mit  minnen
da  vz  goz
Da  dv  nach  diner  marter  zil  Mit  der  erwolt  (1.  crwelten)
also  vil
120  Die  dv  zvr  helle  nenne  Fvr  dinen  vater  kerne,
Vn  da  von  diner  marter  vrvhte  Im  sie  oferdes  mit  zvhte
A
Im  zv  lobe  vn  zv  frvmen.  0  daz  svze  willikvmen
Wie  dich  enphienc  des  vaters  gvnst,  Daz  wirt  in
menselichen  verminst
Zware  deine  hie  volant  Vntz  daz  cz  dort  vns  wir  (1.  wirt)
erkant.
130  Ez  ist  genvget  (1.  genvger)  lvte  site  Daz  in  die  gewonhein
  (?  gewonheit)  mite
Volget  (si  ist  idoch  g'vt),  Swä  si  gesitzent  bi  der  glvt.
Oder  anderswä,  swi  daz  si,  daz  in  ieman  da  lihte  ist  bi
Der  im  ein  rnere  bitet  sagen,  dem  si  alle  wol  gedagen.
Daz  ist  doch  vnderscheiden  Als  lieben  unde  leiden!  1
140  Swie  des  mannes  leben  stät  dar  vf  suchet  er  gerne  rät,
Swelle  mere  in  dar  an  Sterken  An  die  leit  er  sin  merken.
Die  itel  sin  die  sin  gereit  Swä  man  in  seit  von  eitelkeit,
da  bi  der  seligen  rote  Höret  ir  gerne  sagen  von  gote
vn  von  der  gvten  lvte  leben,  den  gote  (sic)  gnade  hat
gegeben.
150  O  we  ich  mvz  bekennen  von  wärheit  benennen
daz  ich  der  iteln  einer  bin!  daz  spreche  ich  niht  vf  den  sin
der  demvt,  nein  ick!  werlich  An  wärer  schvlt-  begrife
ich  mich
daz  ich  bin  vz  der  iteln  rote.  Nv  wil  ich  gerne  bvzen  gote
Vn  dvrch  der  bvze  willen  Ob  ir  weit  wesen  stille

1  Die  Aussichten,  die  der  Dichter  liier  über  Ziel  und  Zweck  der  Dichtung
in  wenigen  Worten  darlegt,  sind  ganz  dieselben,  die  Gotfrid  von
Strassburg  weitläuftig  ausgeführt  hat  im  Eingang  zum  Tristan
v.  120—244.
            
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