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Haupt.
Faventinus zum Verfasser hat. Noth wendig ist dieser Faventinus
identisch mit dem Faventinus, dessen Reginbertus in seinem
Verzeichnis der Sangaller Hss. gedenkt. Das Werk bestand
ursprünglich nur aus den ersten xxix Capiteln, das xxx. De
maltis diversis ist erst später angefügt worden, und obwol es
V. Rose in seiner Ausgabe nach den bisher bekannten Hss.
aufgenommen hat, so muss er doch die Echtheit bezweifelt haben,
da er dasselbe durch einen Strich und kleineren Druck von
dem übrigen Texte sonderte.
Derselbe Herausgeber nennt den Verfasser p. XII einen
auctor satis anticpius, und hat sich damit gegen die Meinung
derjenigen erklärt, die erst an den Beginn des Mittelalters den
Ursprung des Büchleins setzen. Der noch ganz römische Name,
der uns auf diesem Blatte entgegentritt, beweist für den Herausgeber.
1
Einen M. Cetius Faventinus gelang zwar nicht zu finden^
aber ein Faventinus erscheint als stimmberechtigter Bürger in
der Herculanischen Inschrift 235 im Vol. IV. Corpus Inscriptionum
latinarum, und somit steht wenigstens fest, dass die Faventini
schon im ersten Jahrhundert nach Christus existirten.
Des weiteren kann auch nicht mehr die Rede sein davon,
dass Petrus Diaconus die Epitome, oder wie man sie nennen
will, verfasst habe; diese Ansicht wird schon durch die ältesten
IIss., den Codex Pithoeanus, Gudianus und Valentianensis, die
alle in das X. Jahrhundert gehören, widerlegt. Unser Blatt
übertrifft aber an Alter wahrscheinlich alle diese Hss. Wenn
dem aber auch nicht so sein sollte, dass es nicht früher zu
setzen sei, als in das zehnte Jahrhundert, so ist das vollkommen
hinreichend, um den Petrus Diaconus für immer aus dem
Felde zu schlagen, und im zehnten Jahrhundert war unser Blatt
1 Fiir .alt hält ihn auch Vossius p. 463 de mathematicis, welcher Meinung
auch Fahricius zustimmt, Biblioth. lat. lib. I. Cap. XVII. 7; um so mehr
ist es zu verwundern, wenn Bahr, Gesell, der römischen Lit. 4. Auf).
Bd. III. pag. 117 Note 25 sagt, ,ob diese Schrift der von Petrus Diaconus
gemachte Auszug ist, möchten wir bezweifeln, wenn auch der
Verfasser dieser Schrift dem beginnenden Mittelalter angehören mag und
daher nicht mit Marini in dem Eutropius des vierten Jahrhunderts erkannt
werden kann.“