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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

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Haupt.

Faventinus  zum  Verfasser  hat.  Noth  wendig  ist  dieser  Faventinus
identisch  mit  dem  Faventinus,  dessen  Reginbertus  in  seinem
Verzeichnis  der  Sangaller  Hss.  gedenkt.  Das  Werk  bestand
ursprünglich  nur  aus  den  ersten  xxix  Capiteln,  das  xxx.  De
maltis  diversis  ist  erst  später  angefügt  worden,  und  obwol  es
V.  Rose  in  seiner  Ausgabe  nach  den  bisher  bekannten  Hss.
aufgenommen  hat,  so  muss  er  doch  die  Echtheit  bezweifelt  haben,
da  er  dasselbe  durch  einen  Strich  und  kleineren  Druck  von
dem  übrigen  Texte  sonderte.
Derselbe  Herausgeber  nennt  den  Verfasser  p.  XII  einen
auctor  satis  anticpius,  und  hat  sich  damit  gegen  die  Meinung
derjenigen  erklärt,  die  erst  an  den  Beginn  des  Mittelalters  den
Ursprung  des  Büchleins  setzen.  Der  noch  ganz  römische  Name,
der  uns  auf  diesem  Blatte  entgegentritt,  beweist  für  den  Herausgeber. ­
  1
Einen  M.  Cetius  Faventinus  gelang  zwar  nicht  zu  finden^
aber  ein  Faventinus  erscheint  als  stimmberechtigter  Bürger  in
der  Herculanischen  Inschrift  235  im  Vol.  IV.  Corpus  Inscriptionum
  latinarum,  und  somit  steht  wenigstens  fest,  dass  die  Faventini
  schon  im  ersten  Jahrhundert  nach  Christus  existirten.
Des  weiteren  kann  auch  nicht  mehr  die  Rede  sein  davon,
dass  Petrus  Diaconus  die  Epitome,  oder  wie  man  sie  nennen
will,  verfasst  habe;  diese  Ansicht  wird  schon  durch  die  ältesten
IIss.,  den  Codex  Pithoeanus,  Gudianus  und  Valentianensis,  die
alle  in  das  X.  Jahrhundert  gehören,  widerlegt.  Unser  Blatt
übertrifft  aber  an  Alter  wahrscheinlich  alle  diese  Hss.  Wenn
dem  aber  auch  nicht  so  sein  sollte,  dass  es  nicht  früher  zu
setzen  sei,  als  in  das  zehnte  Jahrhundert,  so  ist  das  vollkommen ­
  hinreichend,  um  den  Petrus  Diaconus  für  immer  aus  dem
Felde  zu  schlagen,  und  im  zehnten  Jahrhundert  war  unser  Blatt
1  Fiir  .alt  hält  ihn  auch  Vossius  p.  463  de  mathematicis,  welcher  Meinung
auch  Fahricius  zustimmt,  Biblioth.  lat.  lib.  I.  Cap.  XVII.  7;  um  so  mehr
ist  es  zu  verwundern,  wenn  Bahr,  Gesell,  der  römischen  Lit.  4.  Auf).
Bd.  III.  pag.  117  Note  25  sagt,  ,ob  diese  Schrift  der  von  Petrus  Diaconus ­
  gemachte  Auszug  ist,  möchten  wir  bezweifeln,  wenn  auch  der
Verfasser  dieser  Schrift  dem  beginnenden  Mittelalter  angehören  mag  und
daher  nicht  mit  Marini  in  dem  Eutropius  des  vierten  Jahrhunderts  erkannt ­
  werden  kann.“
            
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