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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Heber  die  Datirung  einiger  Urkunden  Kaiser  Friedrichs  II.

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Anders  bei  den  Urkunden  des  Kaisers.  Findet  sieb  hiei'
regelmässig,  wie  gesagt,  nur  eine  an  Einzelpersonen  gerichtete
Inscription,  so  geben  nur  die  Schlussworte  einen  Halt.  Das
in  perpetuum  findet  sich  nie  in  Kaiserurkunden  dieser  Zeit.
Das  gratiam  suarn  et  omne  bonum,  welches  die  Urkunden  Konrads
  ausnahmslos  haben,  wo  nicht  in  perpetuum  gebraucht  ist,
findet  sich  zwar  in  Kaiserurkunden;  aber  etwa  viermal  häufiger
heisst  es  gratiam  suam  et  bonam  voluntatem.  In  den  schon  erwähnten ­
  vereinzelten  Fällen,  wo  Kaiserurkunden  eine  an  alle
Getreuen  gerichtete  Inscription  haben,  heisst  es:  TJniversis  presentes ­
  litteras  inspecturis  fidelibus  suis  gratiam  suam  et  omne
bonum,  was  sich  der  in  den  Urkunden  Konrads  am  häufigsten
vorkommenden  Formel  genau  anschliesst,  mit  unsern  Urkunden
aber  lediglich  in  dem  stimmt,  was  sich  ziemlich  ausnahmslos
in  allen  Inscriptionsformeln  der  Urkunden  Konrads  findet.
Ist  mir  für  die  nur  in  III  vorkommende  Arenga  ein
Beleg  in  den  Urkunden  weder  des  Kaisers,  noch  des  Königs
aufgefallen,  so  gestattet  die  in  allen  drei  Urkunden  vorkommende ­
  Promulgation  wieder  einen  genaueren  Vergleich.  Sie
lautet  in  I:  Per  presens  scriptum  notum  esse  valumus  tarn  presentibus
  quam  futuris.  Das  entspricht  der  in  den  Urkunden
Konrads  am  häufigsten  vorkommenden  Formel  bis  auf  das  volumus,
  für  welche  es  vielleicht  sehr  zufällig  in  den  am  genauesten ­
  übereinstimmenden  Fällen  cupimus  heisst,  während  sich
das  notum  esse  volumus  an  und  für  sich  in  der  Formel  bei
etwas  mehr  abweichender  Fassung  oft  genug  nachweisen  lässt.
Eine  fast  ganz  übereinstimmende  Formel  wird  nun  allerdings
auch  in  den  Kaiserurkunden  am  häufigsten  gebraucht,  aber  so,
dass  ich  das  notum  esse  nie  finde  und  in  offenen  Briefen  regelmässig ­
  ein  universis  eingeschoben  wird;  im  Regest  ist  die
regelmässige  Abkürzung  Notum  facimus  universis  etc.  In  II
heisst  es:  Ad  notitiam  (wie  statt  presentiam  zweifellos  zu  lesen
ist)  universitatis  vestre  volumus  pervenire.  Das  entspricht  genau
keiner  der  Urkunden  Konrads;  fassen  wir  aber  das  häufig
vorkommende  ad  modernorum  et  futurorum  notitiam  pervenire
cupimus  ins  Auge,  und  dazu  noverit  Universitas  vestra  oder  universitati
  vestre  notum  esse  volumus  und  ähnliche  oft  vorkommende
Ausdrücke,  so  ist  der  Anschluss  eng  genug.  Dagegen  finde
ich  in  den  Urkunden  des  Kaisers  keinen  Beleg;  die  Ausdrücke
            
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