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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

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Ficker.

künde  niclit  erhalten.  Wäre  hier  eine  Prüfung  möglich,  so
würde  sich  im  Falle  der  Richtigkeit  meiner  Annahme  wahrscheinlich ­
  eine  Abweichung  von  dem  bezüglichen  Siegel  des
Kaisers  ergeben;  es  dürfte  ein  besonderer  Stempel  gefertigt
sein,  wie  das  in  dem  entsprechenden  Falle,  wo  die  französische
Regierung  unter  dem  Siegel  König  Philipp  Augusts  urkundete,
nachweisbar  ist.
Bezüglich  der  Schrift  würde  nun  allerdings  das  Vorhandensein ­
  eines  Originals  an  und  für  sich  eine  Prüfung  noch
gestatten.  Aber  freilich  nur  demjenigen,  der  in  der  Lage
wäre,  jenes  Stück  mit  einer  grösseren  Zahl  der  in  den  verschiedensten ­
  Archiven  befindlichen  Originale  kaiserlicher  und
königlicher  Urkunden  aus  den  nächstliegendeir~  Jahren  vergleichen ­
  zu  können.  Darauf  musste  ich  natürlich  verzichten.
Unter  günstigen  Verhältnissen  würde  das  Ergebniss  vielleicht
ein  ganz  ausschlaggebendes  sein.  Aber  schon  der  Umstand,
dass  diese  Prüfung  sich  nur  auf  eine  der  Urkunden  beziehen
könnte,  würde  da  bei  ungünstiger  Sachlage  möglicherweise
selbst  bei  ausgedehntester  Vergleichung  zu  keinem  durchaus
sicheren  Ergebnisse  führen.
Um  so  günstiger  liegen  die  Verhältnisse  für  eine  Prüfung
der  wörtlichen  Fassung.  Kann  diese  einerseits  alle  drei  Urkunden ­
  berücksichtigen,  so  ist  da  andererseits  durch  das  grosse
Urkundenwerk  Huillards  die  Vergleichung  mit  andern  Urkunden
des  Kaisers  wie  des  Königs  ausserordentlich  erleichtert.  Es
waren  da  natürlich  insbesondere  die  zeitlich  am  nächsten  liegenden ­
  Stücke  zu  beachten,  aber  doch  auch  nicht  in  zu  enger
Begrenzung,  da  ja  durch  Zufall  gerade  die  nächstliegenden
Urkunden  zur  Vergleichung  weniger  geeignet  und  irreleitend
sein  könnten.  Die  folgenden  Ergebnisse  stützen  sich  auf  eine
Vergleichung  der  bei  Huillard  gedruckten  Urkunden  Kaiser
Friedrichs  von  Beginn  1239  bis  Ende  1243  und  eine  genauere
Vergleichung  der  Urkunden  König  Konrads  vom  Beginne
seiner  Regierung  bis  Ende  1243,  welche  dann  für  einzelne
beachtenswerthe  Punkte  bis  Ende  1250  fortgesetzt  wurde.
Wenn  diese  Vergleichung  zu  günstigen  Ergebnissen
führte,  so  musste  das  selbst  bei  Richtigkeit  unserer  Annahme
nicht  gerade  nothwendig  der  Fall  sein!  Bei  Ausfertigung  der
Urkunden  hat  man  sich  offenbar  nicht  darauf  beschränkt,  nur
            
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