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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

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Ficker.

seit  längerer  Zeit  in  Fehde  mit  den  Herzogen  von  Brabant
und  Limburg  und  andern  Grossen.  Der  König  verlangte,  dass
die  Parteien  auf  einem  Tage  zu  Frankfurt  sich  seiner  Vermittlung ­
  oder  seinem  Urtheile  unterwürfen;  da  der  Erzbischof
nicht  erschien,  erklärte  sich  der  König  für  dessen  Feinde.  Er
wird  nun  die  Stadt  Köln  zur  Einstellung  der  Fehde  aufgefordert ­
  haben;  aus  dem  Inhalte  jener  Urkunde  lässt  sich  schliessen,
dass  diese  sich  dazu  bereit  erklärte,  wenn  sie  auf  den  Schutz
des  Königs,  zunächst  wohl  gegen  den  Erzbischof,  bauen  dürfe.
Dieser  Schutz  wurde  dann  am  7.  Juli  nicht  allein  im  Allgemeinen ­
  verheissen,  sondern  es  wurden  auch  bestimmt  die
Grafen  von  Sayn  und  Geldern  damit  beauftragt.  Dass  die
Stadt  daraufhin  die  Fehde  einstellte,  ergibt  sich  einmal  daraus,
dass  sie  sich  am  27.  Juli  vom  Erzbischof  bezeugen  Hess,  dass
sie  ihm  vom  Beginn  der  Fehde  bis  zum  25.  Juli  getreulich
beigestanden  habe  (Lacomblet  Urk.  Buch  2,  127),  während
weiter  die  Annalen  melden,  dass  nach  dem  Friedensschlüsse,
der  nach  den  Ui’kunden  Anfang  September  fällt,  Misshelligkeiten ­
  zwischen  dem  Erzbischöfe  und  der  Stadt  entstanden
seien,  weil  dieselbe  jenen  ihren  Versprechungen  gemäss  nicht
bis  zum  Ende  unterstützt  habe.
Waren  bei  der  Verbriefung  Konrads  für  Köln  besondere
Verhältnisse  massgebend,  so  könnten  diese  nun  auch  die  Vermuthung
  nahe  legen,  der  Inhalt  unserer  Urkunde  gehe  auf
einen  damals  vom  Könige  mit  den  niederländischen  Grossen
geschlossenen  Vertrag  zurück.  Auch  der  Stadt  wurde  damals
eine  entsprechende  Verbriefung  des  Kaisers  selbst  versprochen;
unsere  Urkunde  wäre  dann  die  aus  unbekannten  Ursachen  sehr
verzögerte  kaiserliche  Bestätigung  des  Abkommens  mit  dem
Könige.  Allerdings  handelt  es  sich  um  Grosse,  welche  durchweg ­
  1240  Feinde  des  Erzbischofs  gewesen  zu  sein  scheinen.
Dass  sie  dem  Könige,  als  er  für  sie  Partei  ergriff,  bestimmtere
Zusicherungen  machten,  ist  gewiss  nicht  unwahrscheinlich;
aber  schwerlich  in  solcher  Fassung,  wie  sie  unsere  Urkunde
zeigt.  Auch  nach  der  Einmischung  des  Königs  behielt  jene
niederrheinische  Fehde  doch  durchaus  einen  localen  Charakter,
wurde  insbesondere  auch  wohl  vom  Könige,  beziehungsweise
der  Heichsregierung  so  aufgefasst,  da  man  nicht  einmal  Veranlassung ­
  nahm,  in  der  Nähe  zu  bleiben,  das  Hoflager  fort-
            
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