Ueber die Datirung einiger Urkunden Kaiser Friedrichs II.
287
war, die Mehrzahl der Reichsräthe Deutschland für längere
Zeit verlassen haben sollte?
So bestimmt mir das gegen die Ansicht Schirrmachers
zu sprechen scheint, so gebe ich gern zu, dass auch die Annahme
überaus misslich ist, es sei etwa durch Schuld der Abschreiber
aus einer Urkunde Konrads eine des Kaisers gemacht
worden, nicht allein Namen und Titel, sondern auch der Ort
geändert. Keine der bisherigen Erklärungen scheint mir zu
genügen; da wird es doch am nächsten liegen, wenigstens
versuchsweise anzunehmen, die Urkunde sei so ausgestellt, wie
sie vorliegt, wonach dann freilich wieder die Frage zu beantworten
ist, wie ist es zu erklären, dass eine Urkunde des damals
in Apulien weilenden Kaisers aus Cremona datirt sein
kann, und dass in ihr die damals wahrscheinlich in Schwaben
befindlichen Käthe des Königs als Zeugen genannt werden?
In einer andern Urkunde verspricht der Kaiser den Herzogen
von Brabant, Lothringen und Limburg, den Grafen von
Geldern, Loos und Jülich, den Herren von Limburg und Heinsberg,
welche ihm und seinem Sohne unverbrüchlich anhängen
wollen, sie bei ihrem Rechte zu schützen, ihnen gegen Verletzer
desselben beizustehen; eine etwaige Sühne mit dem
Papste Gregor auch auf sie auszudehnen; sie bei den Diensten,
welche sie ihm leisten, nach Möglichkeit schadlos zu halten,
und sie auf Grund der Dienstbriefe, welche sie ihm ausstellten,
nicht zum Ueberschreiten der Alpen verhalten zu wollen.
Acta sunt hec anno dom. ine. m. cc. xli., mense aprili, indictiona
decima quarta, apud Leodium. Die Urkunde wurde zuerst
veröffentlicht in Butkens Trophees du ducke de Brabant 1, 84
aus einem Kartular des Herzogthums Brabant. Davon unabhängig
scheint der Druck bei Bertholet Histoire de Luxembourg
4, 69 zu sein, der sie aus Mantelius Historia Lossensis
entnahm. Es zeigen sich hier einige kleine Abweichungen; so
fehlt bei coroue das anstössige mee, welches übrigens auch
leicht aus nre corrumpirt sein könnte; in allem Wesentlichen
stimmen die Texte überein.
Mit dem Itinerar des Kaisers, der am 14. April Faenza
einnahm und dann bis in den Mai zu Faenza verblieb, ist der
Ausstellungsort ganz unvereinbar. Böhmer reihte die Urkunde
in den Regesten Friedrichs zur angegebenen Zeit ein, aber