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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Ueber  die  Datirung  einiger  Urkunden  Kaiser  Friedrichs  II.

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war,  die  Mehrzahl  der  Reichsräthe  Deutschland  für  längere
Zeit  verlassen  haben  sollte?
So  bestimmt  mir  das  gegen  die  Ansicht  Schirrmachers
zu  sprechen  scheint,  so  gebe  ich  gern  zu,  dass  auch  die  Annahme ­
  überaus  misslich  ist,  es  sei  etwa  durch  Schuld  der  Abschreiber ­
  aus  einer  Urkunde  Konrads  eine  des  Kaisers  gemacht
worden,  nicht  allein  Namen  und  Titel,  sondern  auch  der  Ort
geändert.  Keine  der  bisherigen  Erklärungen  scheint  mir  zu
genügen;  da  wird  es  doch  am  nächsten  liegen,  wenigstens
versuchsweise  anzunehmen,  die  Urkunde  sei  so  ausgestellt,  wie
sie  vorliegt,  wonach  dann  freilich  wieder  die  Frage  zu  beantworten ­
  ist,  wie  ist  es  zu  erklären,  dass  eine  Urkunde  des  damals ­
  in  Apulien  weilenden  Kaisers  aus  Cremona  datirt  sein
kann,  und  dass  in  ihr  die  damals  wahrscheinlich  in  Schwaben
befindlichen  Käthe  des  Königs  als  Zeugen  genannt  werden?
In  einer  andern  Urkunde  verspricht  der  Kaiser  den  Herzogen ­
  von  Brabant,  Lothringen  und  Limburg,  den  Grafen  von
Geldern,  Loos  und  Jülich,  den  Herren  von  Limburg  und  Heinsberg, ­
  welche  ihm  und  seinem  Sohne  unverbrüchlich  anhängen
wollen,  sie  bei  ihrem  Rechte  zu  schützen,  ihnen  gegen  Verletzer ­
  desselben  beizustehen;  eine  etwaige  Sühne  mit  dem
Papste  Gregor  auch  auf  sie  auszudehnen;  sie  bei  den  Diensten,
welche  sie  ihm  leisten,  nach  Möglichkeit  schadlos  zu  halten,
und  sie  auf  Grund  der  Dienstbriefe,  welche  sie  ihm  ausstellten,
nicht  zum  Ueberschreiten  der  Alpen  verhalten  zu  wollen.
Acta  sunt  hec  anno  dom.  ine.  m.  cc.  xli.,  mense  aprili,  indictiona
decima  quarta,  apud  Leodium.  Die  Urkunde  wurde  zuerst
veröffentlicht  in  Butkens  Trophees  du  ducke  de  Brabant  1,  84
aus  einem  Kartular  des  Herzogthums  Brabant.  Davon  unabhängig ­
  scheint  der  Druck  bei  Bertholet  Histoire  de  Luxembourg ­
  4,  69  zu  sein,  der  sie  aus  Mantelius  Historia  Lossensis
entnahm.  Es  zeigen  sich  hier  einige  kleine  Abweichungen;  so
fehlt  bei  coroue  das  anstössige  mee,  welches  übrigens  auch
leicht  aus  nre  corrumpirt  sein  könnte;  in  allem  Wesentlichen
stimmen  die  Texte  überein.
Mit  dem  Itinerar  des  Kaisers,  der  am  14.  April  Faenza
einnahm  und  dann  bis  in  den  Mai  zu  Faenza  verblieb,  ist  der
Ausstellungsort  ganz  unvereinbar.  Böhmer  reihte  die  Urkunde
in  den  Regesten  Friedrichs  zur  angegebenen  Zeit  ein,  aber
            
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