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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

284

Ficker.

weniger  Aufmerksamkeit  schenkte,  als  billig  gewesen  wäre.
Aber  fast  alle  Gründe,  welche  wir  gegen  die  Zulässigkeit  der
Annahme  einer  Reise  in  diesem  Winter  überhaupt  oder  im
März  1242  insbesondere  geltend  machten,  finden  auch  hier  ihre
volle  Anwendung.
Nur  bezüglich  des  für  die  Reise  nöthigen  Zeitraumes
scheint  sich  hier  auf  den  ersten  Blick  die  Sachlage  etwas
günstiger  zu  gestalten,  insofern  für  den  ganzen  November  ein
ausdrückliches  Zeugniss  für  Anwesenheit  des  Kaisers  zu  Foggia
durchaus  fehlt.  Beziehen  wir  nun  die  Zeugnisse  aus  dem  October
  auf  den  Anfang  des  Monats,  so  wird  wenigstens  die  Möglickeit
  kaum  zu  bestreiten  sein,  dass  Friedrich  bis  zum  20.  November ­
  zu  Wien  sein  konnte.  Schwieriger  ist  es  aber,  ihn
rechtzeitig  nach  Foggia  zurückzubringen.  Huillard  gibt  zwei
im  December  ohne  Tagesangabe  ausgestellte  Urkunden,  aber
ohne  Ort.  Von  der  für  den  Abt  von  San  Salvatore  de  Sesto
sah  ich  im  Archive  zu  Mailand  eine  beglaubigte  Abschrift  mit
dem  in  andern  Texten  fehlenden  Ortsnamen  Foggia.  Die  zweite
für  Gubbio  war  Huillard  nur  im  Auszuge  bekannt;  sie  ist  vollständig ­
  gedruckt  Gentile  Disamina  di  Pergola  103.  Die  Ortsangabe ­
  fehlt  allerdings  auch  hier;  doch  lässt  das  Wiedervorkommen ­
  fast  aller  Zeugen  jener  ersten  Urkunde  keinen  Zweifel,
dass  auch  diese  zu  Foggia  oder  in  der  Nähe  ausgestellt  ist.
(Eine  dritte  Urkunde  vom  29.  Dec.,  Huillard  6,  901,  gehört
schwerlich  in  dieses  Jahr.)  Handelt  es  sich  hier  um  zwei
Urkunden,  sind  diese,  da  beide  noch  das  Jahr.  1241  nennen,
wahrscheinlich,  wenn  auch  die  Regel  nicht  festzustellen  ist,  vor
dem  25.  Dec.  ausgestellt,  ist  weiter  schwer  anzunehmen,  dass
zufälligerweise  beide,  deren  Zeugen  doch  auch  Abweichungen
zeigen,  gerade  in  den  letzten  mit  ihrer  Datirung  überhaupt
vereinbarlichen  Tagen  ausgestellt  sein  sollten,  so  muss  schon
dieser  Umstand  die  Annahme,  der  Kaiser  habe  seit  dem  20.  Nov.
von  Wien  zurückkehren  können,  als  überaus  gewagt  erscheinen
lassen,  zumal  wenn  wir,  wie  schon  bemerkt,  die  Benutzung  des
Seeweges  nicht  werden  in  Rechnung  bringen  dürfen.  Dazu
kommt  aber  noch  ein  anderes.  Die  Kaiserin  Isabella  starb
am  1.  Dec.  zu  Foggia.  Dass  der  Kaiser  bei  ihrem  Tode  anwesend ­
  war,  ist  allerdings  ausdrücklich  nirgends  gesagt.  Aber
wir  haben  zwei  Schreiben,  in  welchen  Friedrich  ihren  Tod
            
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