Ueber die Datirung einiger Urkunden Kaiser Friedrichs II.
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ist dasselbe zweifellos nur als Quelle untergeordneten Wertlies
zu betrachten. Einmal, weil es sich nicht um eine den Ereignissen
gleichzeitige Aufzeichnung handelt; dann, weil sein
Zweck kein reichsgcschichtlicker war, für seinen Zweck nichts
daran lag, ob die nebenbei erwähnten Ereignisse von reichsgeschichtlichem
Interesse genau dargestellt waren, oder nicht.
Ich zweifle nicht, dass der Verfasser auch solche Ereignisse
so richtig erzählen wollte, als er sich ihrer erinnerte oder als
er sie gehört hatte, während er andererseits auch kein Interesse
daran hatte, sich da um möglichste Richtigkeit seiner Erzählung
zu bemühen. In der bezüglichen Stelle erzählt der Verfasser,
dass das Ende seines Helden, des frommen Bruder Elger,
herannahte, regnante tune Friderico imperatore secundo, qui convocacionem
principum m Alemannia liabuit in Frankenfort, wohin
auch der Landgraf Heinrich berufen wurde, welchen Elger begleitete.
Des Kaisers wird mit keiner Silbe weiter gedacht.
Irrte der Verfasser etwa darin, dass nicht der Kaiser, sondern
der König Konrad den Tag abhielt, so wird man ihm das nicht
hoch anrechnen dürfen. Eben so wenig, wenn der Sachverhalt
etwa der war, dass der Fürstentag nur von dem in Italien
weilenden Kaiser angeordnet wurde, ohne dass er selbst erschien,
wie sich dafür ja Beispiele finden; deutet das Wort liabuit
allerdings zunächst auf persönliche Anwesenheit, so würde es
sich doch kaum um eine übermässige Nachlässigkeit der Fassung
handeln, falls dem Verfasser auch bekannt gewesen wäre, dass
der Tag nur ein vom Kaiser berufener, nicht auch besuchter
war. Mag nun diese oder jene, oder irgend eine andere Erklärung
die zutreffende sein; keinenfalls wird uns jene Stelle
als Beweis für eine Thatsache genügen dürfen, welcher bei
näherer Erwägung der Umstände die Gesammtheit der übrigen
Zeugnisse aufs bestimmteste widerspricht.
An und für sich viel gewichtiger ist nun allerdings das
urkundliche Zeugniss, wonach der Kaiser am 20. November 1241
zu Wien war. Der Zweck einer solchen Reise könnte eine
Zusammenkunft mit dem Herzoge Friedrich gewesen sein, mit
dem der Kaiser seit zwei Jahren wieder in gutem Einvernehmen
stand; es würde sich dann etwa um die Besprechung von Massregeln
gegen die noch immer drohende Mongolengefahr gehandelt
haben, obwohl der Kaiser dieser im allgemeinen wohl