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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

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La  in  bol.

Finanz  -  Liindesdirection  in  Linz,  Herrn  Hofrath  Carl  Taine,
Ritter  von  Felsenbrunn,  um  Erlaubniss  zur  Einsicht  in  das
Archiv,  die  derselbe  mir  mit  grösster  Zuvorkommenheit  ertlioilte.
Ebenso  war  der  Iiilfsämter-Yorstand,  Herr  Adalbert  Hoschna,
an  den  er  mich  wies,  voll  Eifer,  so  dass  es  bald  gelang,  den
schönen  alten  Pergamentcodex  zu  finden,  in  dem  das  Weisthum, ­
  das  älteste  ober-österreichische,  das  wir  meines  Wissens
besitzen,  auf  Bl.  82“—86“  geschrieben  ist.
Nachdem  dieser  schöne  Fund  geglückt  und  noch  eine,
freilich  erfolglose  Nachforschung  in  der  Gfemeindeladc  des  benachbarten ­
  Marktes  U  r  fa  h  r  angestellt  war,  galt  es,  meine
Forschungen  im  Archiv  der  k.  k.  Statthalterei  zum  Abschluss
zu  bringen.  Wie  im  Jahre  1868,  war  mir  auch  diesmal  Herr
Adjunct  Franz  Razenberger  ein  unermüdlicher  und  ganz  unentbehrlicher ­
  Helfer.  Er  legte  mir  alles  vor,  was  irgend  für  meine
Aufgabe  Ausbeute  erwarten  liess,  so  dass  von  dort  her  schwerlich ­
  ein  neuer  Zuwachs  zu  unserer  Sammlung  kommen  dürfte.
Und  meine  Nachforschung  war  auch  diesmal  nicht  ohne  Erfolg.
Sie  brachte  ausser  den  jüngeren  Marktfreiheiten  von  Neufelden
vom  Jahre  1631  in  einer  collationirten  Abschrift  von  1705  (vgl.
Sitzungsber.  LX,  555,  559),  das  Ehafttaiding  von  Reger  in
einem  Regerer  Urbar  aus  dem  17.  Jahrh.,  und  von  Zell  im
Achlande  (Innviertel),  in  einer  Abschrift  gleichfalls  aus  dem
17.  Jahrh.,  ans  Licht.  Eine  Notiz  über  die  Pantaidinge  von
Traunkirchen,  die  ich  gleichfalls  dort  fand,  theile  ich  unten  mit
in  einer  Anmerkung  zu  den  ,Weißarticuln‘  zwischen  Kloster
Traunkirchen  und  Ort,  die  mir  schon  auf  der  Rückkehr  in
Wien  durch  Herrn  Anton  Bettelheim  bekannt  wurden,  der  sie
im  vergangenen  Sommer  in  Gmunden  in  der  Trafik  der  Luise
Lang  (Vogelgasse)  fand  und  erwarb.  Sie  berufen  sich  mehrmals ­
  auf  das  Ehafttaiding  und  sind  mindestens  theilweis  von
rechtshistorischem  Interesse.
So  hat  meine  diesjährige  Forschungsreise  wieder  eine  nicht
unerhebliche  Anzahl  von  solchen  Rechtsurkunden,  und  zwar
zum  allergrössten  Theile  ganz  unbekannte,  ans  Licht  gebracht.
Einige  derselben  sind  nicht  eigentliche  Pan-  oder  Ehafttaidinge
dem  Namen  und  der  Form  nach.  Sie  enthalten  aber  jedesmal
eine  Bestimmung,  der  zufolge  sie  zur  Verlesung  auf  den  Jahresgedingen ­
  kamen,  und  waren  daher,  auch  mit  Bezug  auf  den,
            
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