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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

WeiBthümer-Forschungen  in  Ober-Oesterreich.

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über  das  bei  denselben  gewiesene  Recht  nicht  werden  gefehlt
haben,  wird  man  von  vorneherein  nicht  leicht  bezweifeln,  zum
Ueberfluss  ist  in  ^Urkunden  mehrfach  von  den  ,  Stifttaidingen'
die  Rede:  ,ioir  sulln  auch  in  ir  Stifttayding  chömen,  wann  vns
darin  gepotn  Wirt 1 ,  heisst  es  in  dem  mir  von  Herrn  Meindl
freundlich  gewiesenen  Revers  auf  ein  vom  Kloster  vererbrechtetes
  Gut  zu  Parz  vom  25.  Juli  1392  und  ebenso  in  einem
andern  Revers  vom  23.  April  1393.  In  Braunau  konnte  ich
das  Archiv  gar  nicht  sehen,  weil,  wie  mir  Herr  Bürgermeister
J.  C.  Prechtl,  der  sich  selbst  eben  zur  Abreise  rüstete,  mittheilte, ­
  der  einzige,  der  darin  Bescheid  wisse,  Herr  Secretär
Maier,  verreist  war.  Doch  versprach  der  Herr  Bürgermeister,
durch  diesen  nach  seiner  Rückkehr  nachforschen  zu  lassen  und
von  einem  etwaigen  Funde  Mittheilung  zu  machen.  Auf  Schloss
Hagenau  sah  ich  durch  die  Gefälligkeit  des  Herrn  Besitzers,
S.  Excellenz  Freiherrn  von  Handel,  ein,  wie  es  scheint,  nicht
unbedeutendes  Archiv,  aber  ungeordnet  in  Kisten  verpackt,  so
dass  ich  auf  genauere  Durchsicht  verzichten  musste.  Auch  im
Archiv  der  Propstei  zu  M  a  11  i  g  h  o  f  e  n  wäre  es  möglich,  dass
mir  bei  dem  ungeordneten  Zustande  desselben  etwas  entgangen
wäre.  Wenn  ich  auch  an  diesem  Orte  keinen  Fund  verzeichnen
konnte,  so  erhielt  ich  doch  daselbst  von  dem  Finanz-Bezirkscommissär,
  Herrn  Carl  Hell,  eine  wichtige  Notiz  mitgetheilt,
wonach  das  alte  Salbuch  von  Friedburg  v.  J.  1363  mit  dem  darin
aufgezeichneten  Weisthum  nicht  mehr  in  Friedburg  zu  suchen
war,  sondern  in  Linz  bei  der  Finanz  -  Landesdirection,  wohin
es  im  Jahre  1866  vor  den  Preussen  soll  geflüchtet  worden  sein.
Ich  hatte  also  keine  Veranlassung,  mich  in  Friedburg  mit  der
Zeit  raubenden  Durchsicht  der  trotz  zahlreicher  Verschleppung
noch  immer  beträchtlichen  Reste  des  einstigen  Herrschaftarchives,
die  in  zwei  Scheunen  mehr  der  Benützung  entzogen,  als  aufbewahrt ­
  sind,  lange  aufzuhalten.
Ich  wendete  mich  von  da  nach  Vöklamarkt,  dessen
Ehafttaiding  die  k.  Akademie  zwar  schon  besitzt,  aber  nur  nach
einer  jungen  und  noch  dazu  an  mehreren  Stellen  schadhaften
Abschrift  von  1729,  so  dass  mindestens  schon  behufs  Ergänzung
der  Lücken  im  Texte  die  Auffindung  einer  zweiten  Handschrift
wünschenswerth  erschien.  Wirklich  gelang  es  mit  Hilfe  des
kundigen  Bürgermeisters  von  Vöklamarkt,  des  Herrn  Chirurgen
            
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