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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Gleich  in  Mauthausen  gelang  es,  von  dem  Bürgermeister
Herrn  Leopold  Heindl  und  dem  Gemeindebeamten  Herrn
Christoph  Paulus  freundlich  unterstützt,  nach  einigem  Suchen
in  einem  älteren  Kasten  die  Marktordnung  aus  dem  J.  1522
in  dreifacher  Aufzeichnung  zu  linden.  Auch  in  Perg  war  mit
Hülfe  der  Herren  Anton  Grienling,  Bürgermeister,  und  Joseph
Hueber,  Gemeindeausschuss,  das  alte  Marktbuch  in  zwei  Aufzeichnungen ­
  aus  dem  16.  und  17.  Jahrhundert  ziemlich  rasch  gefunden. ­
  1  Ich  suchte  sogleich  die  drei  Punkte,  den  Wochenmarkt ­
  betreffend,  die  ich  nach  einem  im  landständischen  Archiv
zu  Linz  im  Jahre  1868  gefundenen  Extract  von  1582  bereits
in  meinem  ersten  Bericht  (Sitzungsber.  LX,  S.  560)  mitgetheilt
hatte,  und  verglich  den  neugefundenen  Text.  Das  Ergebniss
ist,  dass  statt  der  im  Extract  dreimal  wiederkehrenden  und
markhtzeit  die  ältere  Aufzeichnung  das  erste  mal  under  dem
(sic)  marckhtzeit,  die  beiden  andern  male  under  marckhtzeit
offenbar  das  richtige  bietet.  Die  Freude  über  den  glücklichen
Anfang  musste  nun  zunächst  der  Enttäuschung  weichen,  als
weder  Münzbach,  noch  St.  Thomas  auf  dem  ßlasenstein,
noch  Kreuzen  Ausbeute  gewährte.  Auch  in  Grein  schien
es  Anfangs,  als  wären  meine  Nachforschungen  vergeblich.
Als  ich  aber  nach  etwa  vorhandenen  Urbarien  fragte,  reichte
mir  Herr  Johann  Karer,  Gemeindebeamter,  in  welchem  mir
der  Herr  Bürgermeister  Dr.  Franz  Wagenthaler  einen  unermüdlich ­
  gefälligen  und  eifrigen  Helfer  zur  Seite  gestellt
hatte,  einen  schönen  Pergamentband,  der  unter  andern  die
gesuchten  Rechtsbestimmungen  auf  Bl.  80"  —  97’’  enthält.  Die
Handschrift  ist  zwischen  1485  und  1491  angelegt,  denn  von
1485  ist  die  jüngste  der  auf  Bl.  2“  —  16 b  copirten  Urkunden  (die
älteste  ist  von  1379),  1491  aber  ist  das  Jahr  der  Erhebung
des  einstigen  Marktes  Grein  zur  Stadt:  im  ganzen  Codex  ist
aber  immer  nur  die  Bezeichnung  Markt  gebraucht,  und  die
Erhebungsurkunde,  die  im  Archiv  noch  auf  bewahrt  wird,  wäre
ohne  Zweifel  eingetragen  worden,  wäre  der  Codex  später  als
1  Auch  ein  alter  Richterstab,  mit  Silber  beschlagen,  wird  dort  noch  aufbewahrt. ­
  Das  Beschläge  des  einen  Endes  stellt  einen  Mann  in  seltsamer
Tracht  dar  mit  Schild  und  (nun  abgebrochenem)  Schwert.  Sonst  erinnere
ich  mich  solcher  Stäbe  aber  ohne  derartigen  Schmuck,  nur  noch  aus
Miinzbach  und  Käfermarkt.
            
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