Zur Charakteristik Gelal ud-dfn us-Sujütf’s und seiner literar. Tliätigkeit. 17
Das Beispiel Gazäli’s, den unser Sujüff in diesem Punkte
weit überragt, kömmt ihm sehr gut zu Statten, wie er aucli
darin seinem Vorbilde nachzuleben scheint, dass er sich einmal
von aller Lehrthätigkeit und sonstigen Geschäften zurückziehen
will. 1 Mit der Apologie Gazäli’s beschäftigte er sich
schon früher. 2
III. In dem eben mitgetheilten Citate aus Sujütf’s Selbstbeurtheilung
sehen wir den Verfasser das vollste Maass seines
Hochgefühles vor seinen Lesern ausschütten. Es ist das in
seiner Eitelkeit verletzte Talent, das zu einer überschwänglichen
Geltendmachung seines Werthes hingerissen wird. Wir wollen
noch einige Bemerkungen zu dem gelieferten Excerpte machen :
1. Fabelhaft könnte es erscheinen, wenn Sujüfi von der
Verbreitung seiner Schriften bis Tekrür hin spricht, womit
nicht eben die so genannte Stadt, sondern das ganze Negerland
Sudan, dessen Hauptstadt Tekrür ist, gemeint 'sein mag. 3 Wer
mag nun die Werke unseres Sujüfi ins ferne Negerland colportirt
haben? Es läge sehr nahe zu behaupten, dsss deren
Verbreitung nach diesem entlegenen, literarischen Novitäten
minder zugänglichen Theile des Islam mit der Begegnung unseres
Gelehrten mit dem tekrürischen Machthaber, dem Askia
Muhammed, von welcher der Geschichtschreiber Sudan’s —
Ahmed Baba — erzählt 4 , zusammenhängt, wenn dieser Vermuthung
nicht entgegenstände, dass 1. Sujüfi diese Abhandlung
im Jahre 899 schreibt, während der Askia seine Reise nach
den Hauptsitzen des Islam erst 902 antritt, 2. die Verbreitung
seiner Werke bis zu den Negern auch schon in der
viel früher geschriebenen Selbstbiographie hervorgehoben wird
(bei Meursinge p. 6 Z. 6).
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1 S. SachawT’s Biographie bei Meursinge, p. 25.
2 In einem Buche: JJviJI £ jljl+Jt
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S. Selbstbiographie.
3 S. darüber Ralfs Beiträge zur Geschichte und Geographie des Sudan in
Z. d. d. m, G., IX. p. 563, Anm. 24.
4 ibid. p. 534.
Sitzb. d. pliil.-hist. CI. LXIX. Bd. I.
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