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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Zur  Charakteristik  Gelal  ud-dfn  us-Sujütf’s  und  seiner  literar.  Tliätigkeit.  17

Das  Beispiel  Gazäli’s,  den  unser  Sujüff  in  diesem  Punkte
weit  überragt,  kömmt  ihm  sehr  gut  zu  Statten,  wie  er  aucli
darin  seinem  Vorbilde  nachzuleben  scheint,  dass  er  sich  einmal ­
  von  aller  Lehrthätigkeit  und  sonstigen  Geschäften  zurückziehen ­
  will.  1  Mit  der  Apologie  Gazäli’s  beschäftigte  er  sich
schon  früher.  2
III.  In  dem  eben  mitgetheilten  Citate  aus  Sujütf’s  Selbstbeurtheilung
  sehen  wir  den  Verfasser  das  vollste  Maass  seines
Hochgefühles  vor  seinen  Lesern  ausschütten.  Es  ist  das  in
seiner  Eitelkeit  verletzte  Talent,  das  zu  einer  überschwänglichen
Geltendmachung  seines  Werthes  hingerissen  wird.  Wir  wollen
noch  einige  Bemerkungen  zu  dem  gelieferten  Excerpte  machen  :
1.  Fabelhaft  könnte  es  erscheinen,  wenn  Sujüfi  von  der
Verbreitung  seiner  Schriften  bis  Tekrür  hin  spricht,  womit
nicht  eben  die  so  genannte  Stadt,  sondern  das  ganze  Negerland
Sudan,  dessen  Hauptstadt  Tekrür  ist,  gemeint  'sein  mag. 3  Wer
mag  nun  die  Werke  unseres  Sujüfi  ins  ferne  Negerland  colportirt
  haben?  Es  läge  sehr  nahe  zu  behaupten,  dsss  deren
Verbreitung  nach  diesem  entlegenen,  literarischen  Novitäten
minder  zugänglichen  Theile  des  Islam  mit  der  Begegnung  unseres ­
  Gelehrten  mit  dem  tekrürischen  Machthaber,  dem  Askia
Muhammed,  von  welcher  der  Geschichtschreiber  Sudan’s  —
Ahmed  Baba  —  erzählt 4 ,  zusammenhängt,  wenn  dieser  Vermuthung
  nicht  entgegenstände,  dass  1.  Sujüfi  diese  Abhandlung
im  Jahre  899  schreibt,  während  der  Askia  seine  Reise  nach
den  Hauptsitzen  des  Islam  erst  902  antritt,  2.  die  Verbreitung ­
  seiner  Werke  bis  zu  den  Negern  auch  schon  in  der
viel  früher  geschriebenen  Selbstbiographie  hervorgehoben  wird
(bei  Meursinge  p.  6  Z.  6).

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JU-w  Lo  Lo  yc
1  S.  SachawT’s  Biographie  bei  Meursinge,  p.  25.
2  In  einem  Buche:  JJviJI  £  jljl+Jt
JLtfJI;  er  verfasste  auch  einen  Auszug  aus  dem  Ihjft:  c  I  ^  ^  v^

S.  Selbstbiographie.
3  S.  darüber  Ralfs  Beiträge  zur  Geschichte  und  Geographie  des  Sudan  in
Z.  d.  d.  m,  G.,  IX.  p.  563,  Anm.  24.
4  ibid.  p.  534.
Sitzb.  d.  pliil.-hist.  CI.  LXIX.  Bd.  I.

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