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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

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Pfizmaier.

bei  Schreiben  und  Malen  der  Gebrauch  des  Pinsels  derselbe
ist.  Da  man  den  Mann  des  Geschlechtes  Tscliang  mit  dem
Namen  des  Scheitels  der  Schrift  bezeichnet  hat,  sollte  der  Mann
des  Geschlechtes  U  ein  Höchstweiser  der  Malerkunst  sein.  Sein
Geist  entlehnt  die  Werke  des  Himmels.  Sein  Reingeistiges
und  seine  Blüthenfülle  sind  unerschöpflich.
Die  Beurtheilungen  der  Gemälde  der  Thang  sagen:
U-tao-yuen  von  Thang  erschöpfte  das  Wundervolle  dos
Mennigrothen  und  Grünen.  Er  umschloss  in  grossem  Massstabe
  Tschang-seng-yao,  den  Meister  von  Sung.  Kaiser  Yuentsung
  sehnte  sich  in  dem  Zeiträume  Thien-pao  (742  bis  756
n.  Chr.)  plötzlich  nach  den  trefflichen  Erdhügeln,  den  Strömen
und  Flüssen  in  Schö.  Er  lieh  alsbald  dem  Gebornen  des  Geschlechtes ­
  U  unterlegte  Postpferde,  hiess  ihn  die  Reise  antreten
und  jene  Orte  zeichnen.  Bei  der  Rückkehr  fragte  ihn  der
Kaiser,  was  es  für  eine  Bewandtniss  habe.  Jener  meldete  an
dem  Hofe:  Ich  besitze  kein  Buch  der  weissen  Tünche.  Zugleich
befindet  sich  der  Bericht  in  meinem  Herzen.  —  Der  Kaiser
schickte  ihn  in  die  Vorhalle  der  grossen  Uebereinstimmung,
damit  er  daselbst  die  trefflichen  Erdhügel,  die  Ströme  in  einer
Länge  von  dreihundert  Weglängen,  die  Berge  und  Flüsse  male.
Er  wurde  damit  in  einem  Tage  fertig.  Um  die  Zeit  besass
der  Heerführer  von  dem  Geschlechte  Li  hinsichtlich  der  Berge
und  Flüsse  ausschliesslich  einen  Namen.  Derselbe  malte  ebenfalls ­
  die  Vorhalle  der  grossen  Uebereinstimmung.  Er  wurde
in  einigen  Monaten  fertig.  Yuen-tsung  sagte,  Li-sse-hiün  1  habe
das  Verdienst  mehrerer  Monate,  U-tao-yuen  habe  das  Werk
eines  einzigen  Tages  geliefert.  Beide  gipfelten  in  dem  Wundervollen. ­

Ferner  malte  U-tao-yuen  in  der  Vorhalle  fünf  Drachen.
Ihre  Schuppen  flogen  und  bewegten  sich.  So  oft  es  stark  regnen
wollte,  entstand  Rauch  und  Nebel.  Der  Geborne  von  dem  Geschlechte ­
  U  trug  immer  in  der  Hand  das  diamantene  Buch  und
machte  sich  dadurch  kenntlich.  In  dem  Zeiträume  Thien-pao
war  ±  m  %  Yang-ting-kuang  mit  ihm  im  Rufe  gleich.
Derselbe  malte  heimlich  das  Bildniss  des  Gebornen  von  dem
Geschlechte  U  an  der  Matte  der  Erklärungen  inmitten  sämmtlicher

1  Del'  oben  (S.  196)  vorgekommene  Li-sse-liiün.
            
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