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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Kunstfertigkeiten  und  Künste  der  alten  Chinesen.

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stücke  allmälig  die  früheren  Züge  fort.  Das  Zeitalter  nannte
sie:  die  Schrift  der  ganzen  Pinselstriche.  Später  erfand  Lö-tanwei
  ebenfalls  eine  Schriftgattung.  Die  Striohe  hingen  in  ihr
zusammen  und  waren  nicht  unterbrochen.  Daher  wusste  man,
dass  Schrift  und  Malerei  hei  Führung  des  Pinsels  die  Weise
gemeinschaftlich  haben.  Lö-tan-wei  war  geistvoll,  scharf,  mild,
einschmeichelnd,  neu,  ausserordentlich,  über  alles  wundervoll.
Sein  Name  ragte  hoch  in  dem  Zeitalter  der  Sung.  Zu  seiner
Zeit  gab  es  nicht  seines  Gleichen.

^  TSf  Tsao-tsehi  von  Wei  sagte:  Diejenigen,  welche
Gemälde  betrachten,  wenn  sie  die  drei  Erhabenen,  die  fünf
Kaiser  sehen,  ist  keiner,  der  nicht  emporblickt  und  sie  auf
dem  Haupte  trägt.  Sehen  sie  die  fünf  letzten  bedrückenden.
Vorgesetzten,  ist  keiner,  der  nicht  Schmerz  empfindet  und  erschrocken ­
  seufzt.  Sehen  sie  widerrechtlich  Besitz  ergreifende
Diener,  mörderische  Söhne,  ist  keiner,  der  nicht  mit  den  Zähnen
knirscht.  Sehen  sie  hohes  Maasshalten,  wundervolle  Männer,
ist  keiner,  der  nicht  vergisst,  Speise  zu  nehmen.  Sehen  sie
Umschränkung  der  Redlichkeit,  Tod  bei  dem  Unglück,  ist
keiner,  der  nicht  das  Haupt  aufstützt.  Sehen  sie  entlassene
Diener,  verjagte  Söhne,  ist  keiner,  der  nicht  seufzt.  Sehen  sie
ausschweifende  Männer,  eifersüchtige  Weiber,  ist  keiner,  der
nicht  seitwärts  blickt  mit  den  Augen.  Sehen  sie  edle  Königinnen,
gehorchende  Kaiserinnen,  ist  keiner,  der  sich  nicht  über  ihren
vornehmen  Stand  freut.  Was  in  einem  Spiegel  Fortbestand  zu
geben  weiss,  ist  die  Malerkunst.

Tschü  -  kö  -  liang  von  Schö  führte  den  Jünglingsnamen
m  Khung-ming.  Die  Denkwürdigkeiten  des  Reiches  Hoayang
  sagen:  Bei  den  Fremdländern  des  Südens  war  es  Sitte,
Beschwörer  und  Dämonen  vorzuladen.  Man  liebte  es,  Verträge
zu  schliessen,  zu  verwünschen,  zu  versprechen  und  Geissein
zu  geben.  Tschü-kö-liang  verfertigte  jetzt  für  die  Fremdländer
Gemälde.  Er  malte  zuerst  den  Himmel  und  die  Erde,  die
Sonne  und  den  Mond,  die  Gebieter,  die  Aeltesten,  btadtmauern
und  Sammelhäuser.  Hierauf  malte  er  Götter  und  Drachen
            
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