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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Kunstfertigkeiten  und  Künste  der  alten  Chinesen.

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breitet  man  den  Farbenschmuck.  Die  fünfte  heisst:  Durch
Aufbauen  und  Einrichten  wird  die  Rangstufe  gesetzt.  Die
sechste  heisst:  Das  Muster  anlegen  und  abzeichnen.  Seit  dem
Alterthum  waren  die  Maler  selten  fähig,  dieses  nebenbei  zu  wissen.
Die  Erörterungen  des  Versuches  sagen:  Unter  den  Malern ­
  des  Alterthums  gab  es  Einige,  welche  die  Aehnlichkeit
der  Gestalt  hintansetzten  und  die  Luft  der  Knochen  schätzten.
Durch  etwas,  das  ausserhalb  der  Aehnlichkeit  der  Gestalt,
trachteten  sie  zu  malen.  Hierüber  kann  man  schwer  mit  den
gewöhnlichen  Menschen  reden.  Die  jetzigen  Maler  lassen  es
geschehen,  dass  sie  die  Aehnlichkeit  der  Gestalt  erlangen,  aber
der  Einklang  der  Luft  wird  nicht  hervorgebracht.  Trachtet
man,  nach  dem  Einklang  der  Luft  zu  malen,  so  ist  die  Aehnlichkeit ­
  der  Gestalt  von  selbst  dazwischen  enthalten.
Die  Gemälde  des  höheren  Alterthums  waren  gekürzt  und
ihr  Gedanke  ruhig.  Der  Gedanke  war  ruhig  und  die  Zierlichkeit ­
  richtig.  Dieses  ist  der  Lauf  der  Männer  der  Geschlechter
Ku  und  Lö.  Die  Gemälde  des  mittleren  Alterthums  waren  fein,
verschlossen  und  geistig.  Durch  Ausbessern  gelangten  sie  zu
Zierlichkeit.  Dieses  ist  der  Lauf  der  Männer  der  Geschlechter
Tschen  und  Tsching.  Die  Gemälde  der  nahen  Zeitalter  sind
hellglänzend  und  zeigen  ein  Streben  nach  Vollendung.  Die
Gemälde  der  jetzigen  Menschen  sind  unordentlich  und  ohne
tiefen  Sinn.  Dieses  ist  die  Spur  sämmtlicher  Künstler.
Bei  der  Abbildung  der  Dinge  handelt  es  sich  gewiss  um
die  Aehnlichkeit  der  Gestalt.  Bei  der  Aehnlichkeit  der  Gestalt
muss  man  die  Luft  der  Knochen  unversehrt  erhalten.  Die  Luft
der  Knochen  und  die  Aehnlichkeit  der  Gestalt  haben  ihren
Grund  in  der  Hinstellung  des  Gedankens  und  kehren  zurück
zu  der  Führung  des  Pinsels.  Desswegen  sind  künstliche  Gemälde ­
  häufig  künstliche  Schriften.  Somit  sind  bei  den  Frauen
des  Alterthums  die  Arme  schmächtig  und  die  Knochen  stachelich.
  Bei  den  Pferden  des  Alterthums  ist  die  Schnauze  spitzig
und  der  Bauch  dünn.  Die  Erdstufen  und  Söller  des  Alterthums
waren  hoch  und  bergartig.  Die  Kleider  und  der  Schmuck  des
Alterthums  waren  voll  und  reichlich.  Desswegen  bieten  die
alten  Gemälde  nicht  allein  durch  das  veränderliche  Aussehen
Wunderbares  und  Merkwürdiges.  Es  ist  vielmehr  auch  die
Verschiedenheit  der  Gestalt  der  Dinge.
            
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