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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Kunstfertigkeiten  und  Künste  der  alten  Chinesen.

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statt  finden  sollte,  ging  der  Kaiser  des  Anfangs  dreissig  Weglängen ­
  weit  in  die  See,  und  sah  den  Gott  von  Angesicht.  In
dem  Gefolge  war  ein  kunstfertiger  Mann,  der  das  Bild  des
Gottes  heimlich  mit  dem  Fusse  zeichnete.  Der  Gott  zürnte
über  diese  Wortbrüchigkeit  des  Kaisers.  Er  hiess  den  Kaiser
schnell  sich  entfernen.  Der  Kaiser  des  Anfangs  liess  die  Pferde
wenden.  Vorher  stand  er  noch  immer  auf  den  Füssen.  Später
brachen  seine  Füsse  zusammen,  und  es  war  ihm  kaum  möglich, ­
  das  Ufer  zu  ersteigen.  Der  Zeichner  ertrank.
Die  Geschichte  des  fortgesetzten  Wunderbaren  der  Denkwürdigkeiten ­
  1  sagt:
Kaiser  Ming  von  Wei  lustwandelte  an  dem  Flusse  Lö.
In  dem  Wasser  befanden  sich  weisse  Fischottern.  Dieselben
waren  schön,  rein  und  lieblich.  Wenn  sie  einen  Menschen  erblickten, ­
  verschwanden  sie  sogleich.  Der  Kaiser  tändelte  deshalb ­
  mit  ihnen,  aber  konnte  sie  durchaus  nicht  erlangen.  Der
aufwartende  Diener  j_|j  j^r  King-schan  sprach:  Ich  habe  gehört, ­
  dass  die  Fischotter  gerne  Kugelfische  verzehrt.  Sie  geht
dann  dem  Tode  nicht  aus  dem  Wege.  Man  kann  ihr  hiermit
auflauern.  —  Er  malte  jetzt  auf  ein  Bret  zwei  lebendige  Kugelfische ­
  und  hängte  sie  all  dem  Ufer  auf.  Die  Fischottern  liefen
wetteifernd  hinzu  und  wurden  dann  zu  gleicher  Zeit  gefangen.
Der  Kaiser  belobte  ihn  und  sagte  zu  ihm:  Ich  habe  nicht
gehört,  dass  du  die  Malerkunst  verstehst.  Wie  kommt  es,  dass
du  hierin  so  wundervoll  bist?  —  Jener  antwortete:  Ich  habe
auch  noch  niemals  den  Pinsel  ergriffen.  Was  der  Mensch  unternimmt, ­
  kann  er  so  ziemlich  thun.  —  Der  Kaiser  sprach:  Dieses
ist  eine  gute  Anwendung  dessen,  worin  man  Meister  ist.
Die  vermischte  Geschichte  der  westlichen  Mutterstadt  sagt:
Da  in  dem  rückwärts  gelegenen  Palaste  des  Kaisers  Yuen
viele  Bewohnerinnen  waren,  kam  er  gewöhnlich  nicht  dazu,
sie  zu  sehen.  Er  liess  daher  einen  Maler  deren  Bildnisse
malen  und  beglückte  sie  je  nach  ihrer  Gestalt.  Die  Bewohnerinnen
des  Palastes  bestachen  den  Maler  mit  Beträgen  bis  zu  zehnmal
zehntausend  Stücken  Geldes.  m  SS  I  Wang-tschao-kiün

1  Das  hier  gesetzte  =g  7j^-  Tsi-Mai  ist  der  Titel  eines  von  Tschuang-tse
erwähnten  alten  Buches  und  stellt  für  )|'^  Tschi-kuai,  Wunderbares ­
  der  Denkwürdigkeiten.
            
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