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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

Kunstfertigkeiten  und  Künste  der  alten  Chinesen.

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£  ü  *  Ku-I-tschi  war  überaus  bewandert  im  Mennigrothen
  und  Grünen.  Sie-ngan  schätzte  ihn  sehr  hoch.
Er  sagte,  seit  £  M  Thsang-seng  habe  es  dergleichen  noch
nicht  gegeben.  AVenn  I-tschi  Menschen  gemalt  hatte,  betüpfelte
er  durch  mehrere  Jahre  nicht  deren  Augäpfel.  Man  fragte  ihn
um  die  Ursache.  Er  antwortete:  Bei  den  vier  Gliedmassen
sind  Verstand  und  Blödsinn  eigentlich  nicht  vorhanden.  Verschliesst
  man  sie  an  einem  wundervollen  Orte,  überliefert  den
Geist,  zeichnet  die  Erleuchtung,  so  befinden  sie  sich  gerade
in  diesen  Dingen.
Er  fand  einst  Gefallen  an  einem  Mädchen  der  Nachbarschaft. ­
  Er  regte  sie  an,  sie  aber  folgte  ihm  nicht.  Er  zeichnete
jetzt  ihr  Bild  an  die  AVand  und  nagelte  ihr  Herz  mit  Dornen
und  Nadeln  an.  Das  Mädchen  beklagte  sich  hierauf  über  Herzschmerzen. ­
  Er  betheuerte  deshalb  seine  Neigung,  und  das
Mädchen  folgte  ihm.  Hierauf  entfernte  er  heimlich  die  Nadeln,
und  sie  war  hergestellt.
Er  schätzte  immer  das  Gedicht  der  vier  AVorte  von  Hikhang
 1 )  und  verfertigte  für  dasselbe  Zeichnungen.  Er  pflegte
zu  sagen:  Mit  der  Hand  die  fünf  Saiten  eines  Musikwerkzeuges
rühren,  ist  leicht.  Mit  dem  Auge  die  heimziehenden  AVildgänse
begleiten,  ist  schwer.  —  AVenn  er  Menschen  abbildete,  überragte
das  AVundervolle  die  Werke  seiner  Zeit.  Er  entwarf  einst  das
Bild  Jj?  Pei-khai’s  und  brachte  auf  der  Wange  desselben
drei  Haare  an.  Diejenigen,  die  es  sahen,  bemerkten,  dass  das
Geistige  und  Erleuchtete  ganz  vorzüglich  überwog.  Er  verfertigte ­
  ferner  das  Bildniss  |ftj|  |J|j-  Sic-kuen’s  und  stellte  diesen
von  Felsenwänden  umschlossen  dar.  Er  sagte,  dieser  Mann
solle  in  den  Wasserrinnen  der  Erdhügel  sichtbar  gemacht
werden.  Er  wollte  m  #  wt  Yin-tschung-kan  abbilden.
Dieser  hatte  Augenschmerzen  und  weigerte  sich  beharrlich.
I-tschi  sprach:  Das  Sammelhaus  des  Lichtes  ist  eben  nur  das
Auge.  Wenn  ich  mit  Licht  die  Augäpfel  tüpfele,  verwischt  sie
das  fliegende  Weiss.  Bewirke  ich,  dass  es  gleich  lichten  AVolken,
die  den  Mond  verdecken,  wie  sollte  dieses  nicht  schön  sein?
Ku-I-tschi  hinterlegte  einst  eine  an  der  Vorderseite  mit
Pappe  gesiegelte  Kiste  Gemälde  an  dem  Wohnsitze  Hoan-yuen’s.

*)  Hi-khang  ist  früher  (S.  148)  vorgekommen.
            
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