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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

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P  f  i  z  in  a  i  e  r.

Die  göttlichen  Triebwerke,  die  verborgenen  Thore,  die
krummen  Schwerter  ohne  Spur  sind  das  Wundervollste  der
Kunstfertigkeiten  des  Menschen.  Aber  in  einem  eingerichteten ­
  Zeitalter  hält  man  diese  Kunstfertigkeit  für  eine  Beschäftigung ­
  des  Volkes.
Wenn  der  Handwerker  unten  das  Pech  auf  legt  und  darüber ­
  den  Mennig,  so  kann  er  dieses  thun.  Wenn  er  unten  den
Mennig  auflegt  und  darüber  das  Pech,  so  darf  er  dieses  nicht
thun.  Bei  den  zehntausend  Angelegenheiten  geht  man  hiervon  aus.

Zirkel,  Winkelmaass,  Haken  und  Schnur  sind  Werkzeuge
der  Kunstfertigkeit.  Sie  sind  es  aber  nicht,  wodurch  die  Kunstfertigkeit ­
  hervorgebracht  wird.

Die  Sachen  des  göttlichen  Lichtes  können  durch  Kenntnisse ­
  und  Kunstfertigkeit  nicht  verrichtet  werden.  Sie  können
durch  die  Kraft  der  Sehnen  nicht  zu  Stande  gebracht  werden.
Was  Himmel  und  Erde  umschliessen,  was  das  Yin  und  Yang
in  sich  birgt,  was  Kegen  und  Thau  befeuchten,  bringt  zehntausend ­
  Verschiedenheiten  hervor.  Der  Eisvogel,  Schildkrötenschuppen, ­
  Rubin,  Lasur,  Edelstein,  Perlen  sind  von  Streifen
bunt,  hellglänzend,  feuchtglänzend  oder  feucht.  Man  berührt
sie,  aber  spielt  nicht  mit  ihnen.  Sie  werden  alt,  aber  verändern
sich  nicht.  Hi-tschung  1  kann  sie  nicht  darlegen.
m.  #  Lu-puan 2  kann  sie  nicht  verfertigen.  Dieses  nennt
man  grosse  Kunstfertigkeit.

Der  äusserst  Kunstfertige  braucht  kein  Schwert. 3

Ein  grosser  Zimmermann  kann  nicht  behauen.  4

1  Hi-tschung  bekleidete  zu  den  Zeiten  der  Hia  die  Stelle  eines  ,Richtigen
des  Wagens 1 .
2  Der  oben  (S.  152)  vorgekommen'e  Lu-puan,  genannt  Kung-scliü-tse.  Der
Name  Puan  wird  liier  durch  ein  anderes  Schriftzeichen  ausgedrückt.
3  Die  Kunstfertigkeit  liegt  in  der  Seele  und  nicht  in  der  Hand.  Deswegen
braucht  sie  kein  Schwert.
4  Die  Erklärung  dieses  Satzes  findet  sich  in  dem  Folgenden.
            
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