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II a u p t.
des Erlösung.?Werkes oder Libellus septem sigillorum von Tilo
von Culm bisher vollständig unbekannt war.
Der gereimte Hiob wurde 1,338 unter dem Hochmeister
Dietrich von Altenburg vollendet, der gereimte Daniel
ist auf besonderen Wunsch des Hochmeisters Luther von
Braunschweig also vor 1336 gearbeitet, der eben genannte
Tilo hat zu Ehren des deutschen Ordens und besonders
Luthers von Braun schweig sein Buch geschrieben,
der selbst eine verlorne h. Barbara gereimt hat.
Die Hss. des Passion als und des Buchs der Väter,
die sich in Preussen in so grosser Zahl fanden, und wir werden
gewiss nicht von allen Kunde haben, deuten darauf, dass der
Dichter für den Orden geschrieben habe. Es finden sich in
seinen Werken Ausdrücke, die im Ordenslande eine besondere
technische Bedeutung hatten, gerade in dieser Bedeutung gebraucht,
wie ,leitesman‘ statt Wegweiser. Ja, der Ausdruck
,tollte* erhält in allen Stellen, wo er sich dessen bedient, erst
den rechten Nachdruck für uns, wenn wir uns erinnern, dass
noch am Ende des XVI. Jahrhunderts mit diesem -Worte als
dem amtlichen die Dolmetscher bezeichnet wurden, die dem
undeutschen Volke die deutsche Predigt zu übersetzen hatten.
Alle die erwähnten poetischen und prosaischen Arbeiten
gingen der römischen Kirche geradezu wider den Strich, und
noch ganz anders müssen sie den strengen Kirchenmännern
missfallen und die Galle geregt haben als das Buch der Väter
und das Passional unseres Dichters.
Der deutsche Orden, der in jenen Zeiten so- wie später
ein Hauptträger der deutschen Mystik war, muss der Schirmherr
unseres Dichters gewesen sein, daher die Gunst, die derselbe
seinen Werken angedeihen liess; dieser Orden kann
einzig ,die gemeinschaft* gewesen sein, an die er sich im
ersten Prologe seines Buchs der Väter wendet; wir erhalten
damit zugleich die Erklärung, warum er den Ausdruck ,samenunc*
meidet, denn dieser galt für ,conventus‘, womit weder
der Orden der deutschen Herren noch eines seiner Häuser zu
bezeichnen war.
Der Dichter des Passion als überragt alle die andern
des deutschen Ordens weit und höchst wahrscheinlich haben
sie alle von ihm gelernt, was wenigstens vom Nicolaus von