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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

126

S.  288.

H  a  upt.

Wie  er  mit  vollem  ruclie

Dar  nach  solde  ein  ieg-elicli
  jagen
Daz  vienge  au  diseme

Wer  ez  lese  oder  höre  lesen.

buche
Des  mac  aber

nilit

S.  289.

Jegelich  wil  sinen  willen  haben.
Mich  arcwenet  sumelich  man
Daz  ich  diz  buch  habe  üz  geleit  In  dütscher  verstendikeit

Als  mich  die  rede  ist  an  kumen.  Ich  hän  siu  werlich
üf  frumen
Zum  aller  ersten  gedacht.  Der  guten  lute  andächt
Hofte  ich  reizen  da  mite  Unde  ir  tugenthafteu  site
Sterken  üf  dem  gotes  wege.  Waz  ich  hüte  predigen
pflege
Daz  verget  mit  dem  galrne,  Waz  aber  ich  mit  dem
halme
Mit  der  vedere  meine  ich  schribe,  Daz  hoffe  ich  ie
ez  belibe
Nutze  über  manigen  tac.  Nieman  ich  verbieten  mac
Gegen  mir  die  zwene  sinne  Entweder  haz  oder  minne,
Menlich  tu  als  im  vuge  ..
Diese  entschiedene  Gesinnung,  die  jedem  seinen  Willen
lässt,  verlässt  den  Dichter  auch  weiterhin  nicht.  In  der  Vorrede ­
  zum  dritten  Buche  ed.  Köpke:
5,  77—80.  got  helfe  mir  wol  dar  abe
wand  ich  wil  dise  arbeit.  daz  sal  nieman  wesen  leit
6,  4—5.  ich  lä  nicht  abe  durch  dekeinen  spot.
ich  grife  nicht  zu  durch  loben.
In  der  Nachrede  zu  diesem  dritten  Buche  gedenkt  er
nicht  mehr  seiner  Feinde.  Aus  diesen  Stellen  geht  hervor,
dass  der  Dichter  ein  Geistlicher  war,  dass  er  sein  Werk  ,durch
gesucld  über  Aufforderung  eines  dritten  unternommen  hat,  dass
er  sich  vier  Jahre  dazu  Zeit  liess  und  nur  mit  schwerem
Herzen  daran  ging,  dass  sein  Werk  viele  noch  stören  wollten,
als  es  schon  begonnen  war,  dass  man  ihm  besonders  für  übel
hatte,  dass  er  das  lateinische  Buch  deutsch  dolmetschte.
            
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