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Haupt.
Quellen können geschöpft haben und deshalb in der Darstellung
übereinstimmen, liesse sich wohl hören, 1 da man weiss, wie
Jaeobus a Voragine seine Quellen geradezu wörtlich ausschreibt,
nur lässt sich dagegen ein Beweis erbringen, der
unwiderspreehlich ist. Wie kommt es, dass der Dichter des
Passionais am Schlüsse der Legenden allemal dieselben
Wunder erzählt, die auch Jaeobus a Voragine hat? Bei der
grossen Masse von solchen Wundergeschichten für jeden einzelnen
Heiligen soll der deutsche Dichter und der italienische Legendenschreiber,
beide von einander unabhängig, genau immer dieselben
ausgewählt und genau in derselben Folge erzählt haben?
Eine solche Wahlverwandtschaft zweier Seelen ist ganz unmöglich
und der Beweis zu Gunsten des Jaeobus a Voragine
ist vollkommen erbracht durch diese Thatsache, um so mehr,
als der Dichter des Passion als von allen jenen Heiligen
keine Gnadenerweisungen zu erzählen weiss, die auch bei J acobus
a Voragine leer ausgegangen sind.
Die sämmtlichen Legenden des dritten Theils des Passionais
mit den treffenden der Legenda Aurea hier zu vergleichen,
hiesse wirklich nur das Papier verschwenden, es werden
die ersten 25 von 72 genügen. Bei jeder Legende, die
mit 0 bezeichnet ist, fehlen die Wunder.
Passional. Leg'enda aurea.
I. Von sante Nicolao 19, 14— III. De sancto Nicolao 8, 9,
Cap. 25,43. , 10, 11, 12.
II. Von sante Lucien 0. IV. De sanctaLucia virgineO.
HI. Von sante Anastasien 0. VII. De sancta Anastasia 0.
IV. Von sante Stephano. VIII. De sancto Stephano.
CXII. De inventione sancti Stephani
protomartyris.
Hier haben wir das erste Beispiel, wie der Dichter des
Passionais, was Jaeobus a Voragine wegen der ganz
kirchenkalendarischen Ordnung seines Werkes auseinander riss,
wieder zusammenzufügen sucht. Zum Schlüsse werden erzählt
die kleinen Wunder und beide berufen sich auf den h. Augustinus.
1 Auch Gervinus Geschichte der deutsch. Dicht,, 5. Auf. Bd. II. S. 107,
tritt Köpke’s Meinung bei und redet von gemeinschaftlichen Quellen beider.