Ueber das mitteldeutsche Buch der Väter.
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unter den vielen bekannt geworden ist, die über das XIV. Jahrhundert
zurück ginge.
Gegen diesen Mitbewerber steht der Dichter des Passion
als noch in einem ganz anderen feindlichen Gegensätze als
nur in dem eines überlegenen Geistes gegen einen sehr untergeordneten
Kopf. Es ist keine Frage, dass in jenen Zeiten,
wo jeder, der einen lateinischen Text oder einen ,wälschen‘ in
deutsche Verse übertrug, unverwendeten Blickes auf das
jBuclü sah, der Verfasser des Buch der Märterer viel mehr
Beifall finden musste, da er in jeder einzelnen Geschichte leicht
zu controliren war, als der Dichter des Passionais, dem man
seine lateinischen Quellen nicht so bequem naehzuweisen vermochte.
Dennoch hat auch dieser Dichter keine andere Quelle
für die drei Theile des Passionais gehabt, als eben des
Jacobus a Voragine Legenda aurea. Es ist dies schon öfters
für einzelne Legenden schüchtern behauptet worden, z. B. von
W. Grimm zu der vom Papste Silvester in Konrat v.
Würzburg Silvester p. XIV aber eben so oft widersprochen;
auch Köpke kommt S. IX darauf zu reden und schreibt: ,Eine
umfassende Erforschung der von ihm benutzten Quellen, die
ihren Ursprung ohne Zweifel hinsichtlich der Leben der Apostel
in den jetzt zum Theil zuerst durch Tisch endo rf bekannt
gemachten Actis apostolorum apocryphis haben, lag nicht in
meinem Plane, nur eine Vergleichung der Legenda aurea des
Jacobus a Voragine bot sich durch die von Grässe besorgte
neue Ausgabe zu leicht dar, um nicht angestellt zu werden.
Die Uebereinstimmung ist augenfällig, dennoch aber würde der
Schluss, der Dichter habe aus dieser Quelle geschöpft, nicht
gerechtfertigt, denn beide können ihre Nachrichten denselben
Quellen entnommen haben und daher auch in einzelnen Zügen
ihrer Darstellung auffallend übereinstimmen. Eine Aeusserung
des Dichters scheint auch diese Vermuthung zu bestätigen,
denn, wenn das Werk des Jacobus a Voragine als ein
vollendetes Ganze zur Benutzung ihm vorlag, hätte er wohl
nicht in der Nachrede zum Schlüsse des ganzen Werkes ausdrücklich
sagen können, dass er die drei Bücher nicht ane
grozen ummesuch vollbracht habe.
So Köpke. Die Erklärung, dass beide, der Dichter des
Passionais und Jacobus a Voragine, aus denselben
Sitzli. d. pliil -hist. CI. LXIX. Bd. U. Hft. 8