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Ueber das mitteldeutsche Buch d,er Väter. in
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vorgebracht wird, muss vielmehr auf die Sprache des Dichters
zurückgeführt werden. Diese Sprache hat er sich selbst gebildet
und zwar zumeist, wo nicht ausschliesslich, an den drei
alemanischen Dichtern G o t f r i d von Strassburg, Rudolf
von Emse und ganz vorzüglich Konrat von Würzburg.
Es gibt eine Legenden-Sammlung in Reimen, die sich
nicht nur mit dem Buche der Väter, sondern auch mit dem
Passion al berührt. Es ist das Buch der Mär t er er, das in
zwei Hss., der Kloster-Neuburger (Altd. Bl. 2,86) und der
Heidelberger 342 (s. Wilken S. 428) enthalten ist, aber in
keiner vollständig. Dieses Buch der Märterer muss gleichzeitig
mit dem Buche der Väter und dem Passional verbreitet
worden sein. Beide laufen in den Hss. nebeneinander
und durcheinander. So gehören in der Hs. 2677 der k. k. Hofbibliöthek
die Mar i en 1 eg ende n auf Bl. l a —26 b in das Passional,
dagegen sind aus dem Buche der Märterer die
fünf Legenden von der h. Verena, 1 Catharina, Lucia,
Margaretha und Brigitta auf Bl. 106"—119". 2 In der Hs.
2779 derselben kaiserlichen Sammlung sind wieder aus dem
Passional die fünf Marienlegenden auf Bl. l b —2” und 90" b genommen,
aus dem Buche der M ä r t e r e r dagegen stammt das
Gedicht von der Auffindung des h. Kreuzes auf Bl. 88 b —
89 b , 3 diesem geht voran auf 85 a — 89 b das Gedicht von den
Siebenschläfern aus dem Buch der Väter. Einzelne
Legenden aus dem Buch der Märterer sind in der Stuttgarter
Hs. poet. s. n. 4°. Mone. Anzeiger VII, 287, so die
des Eustachius oder Placidus (vom Dichter fälschlich
Placidas gereimt), 4 die des Sebastian und der Siebenschläfer.
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1 Diese Legende ist jetzt aus dieser Hs. gedruckt in ,Rochholz, Drei
Gaugöttinnen 1 . . Leipzig, 1870. 8° S. 108 — 112.
2 Diese fünf Legenden sind somit als selbständige Werke zu streichen in
Goedeke, D. M., 78, 1, 2 und 3, S. 22G, ferner in allen — deutschen
Literaturgeschichten.
3 Diese Legende ist gedruckt aus dieser Hs. in Massmann Eraclius,
S. 194—198.
4 Damit ist die Vermutliung Goedekes, dass dies der Eustachius des
Rudolf von Emse sei, widerlegt, 1. c. 80, S. 228.
5 Damit ist die Frage Goedekes, 1. e. 82, 2, S. 229, beantwortet.