G o 1 d z i h e r. Zur Charakteristik Geläl ud-din us-Sujüti’g u. seiner literar. Thätigkeit. 7
Zur Charakteristik Gelal ucl-din us-Sujüti’s und
seiner literarischen Thätigkeit.
Von
Dr. Ignaz Goldziher.
Was wir von Sujüti’s Leben und seiner schriftstellerischen
Thätigkeit wissen, das hat er selbst uns in seiner ausführlichen
Selbstbiographie, die er seinem Werke: £
yo-o einverleibte, zugänglich gemacht. Wenn
schon ein nicht geringer Grad von Eitelkeit und Selbstgefühl
dazu gehört, die Beschreibung seines eigenen Lebens und gelehrten
Wirkens unter den Biographien der aufzuführen,
eine Eitelkeit, die ihre beste Illustration in der pompösen
Art und Weise findet, in welcher Sujüfi von seinen
Werken spricht und auf seine literarische Laufbahn Bezug
nimmt: 1 so wird dieselbe noch in tiefes Dunkel gestellt durch
die fast widerliche Art von Selbstberäucherung, der wir in
seinen kleineren Schriften begegnen. Trotz seines Talentes
und seines Fleisses und trotz der Schützbarkeit seiner Leistungen
musste er natürlicher Weise Vielen seiner gelehrten Zeitgenossen,
denen der Umstand, dass er für sich selbst alles
Verdienst in Anspruch nahm, eine Herabsetzung ihres Werthes
schien, eine unausstehliche Figur werden; und eine solche war
1 Er liebt es, immer und immer die Zahl seiner bereits veröffentlichten Schriften
anzugeben und bei solchen Gelegenheiten begegnen wir Zahlen zwischen
300—500. Natürlich rechnet er kleine, eine oder zwei Seiten umfassende
Arbeiten (über den Floh, den Hahn u. dgl.) mit, wie auch Auszüge aus
den Werken Anderer und aus eigenen Werken.