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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 69. Band, (Jahrgang 1871)

G  o  1  d  z  i  h  e  r.  Zur  Charakteristik  Geläl  ud-din  us-Sujüti’g  u.  seiner  literar.  Thätigkeit.  7

Zur  Charakteristik  Gelal  ucl-din  us-Sujüti’s  und
seiner  literarischen  Thätigkeit.

Von
Dr.  Ignaz  Goldziher.

Was  wir  von  Sujüti’s  Leben  und  seiner  schriftstellerischen
Thätigkeit  wissen,  das  hat  er  selbst  uns  in  seiner  ausführlichen
Selbstbiographie,  die  er  seinem  Werke:  £
yo-o  einverleibte,  zugänglich  gemacht.  Wenn
schon  ein  nicht  geringer  Grad  von  Eitelkeit  und  Selbstgefühl
dazu  gehört,  die  Beschreibung  seines  eigenen  Lebens  und  gelehrten ­
  Wirkens  unter  den  Biographien  der  aufzuführen, ­
  eine  Eitelkeit,  die  ihre  beste  Illustration  in  der  pompösen ­
  Art  und  Weise  findet,  in  welcher  Sujüfi  von  seinen
Werken  spricht  und  auf  seine  literarische  Laufbahn  Bezug
nimmt:  1  so  wird  dieselbe  noch  in  tiefes  Dunkel  gestellt  durch
die  fast  widerliche  Art  von  Selbstberäucherung,  der  wir  in
seinen  kleineren  Schriften  begegnen.  Trotz  seines  Talentes
und  seines  Fleisses  und  trotz  der  Schützbarkeit  seiner  Leistungen ­
  musste  er  natürlicher  Weise  Vielen  seiner  gelehrten  Zeitgenossen, ­
  denen  der  Umstand,  dass  er  für  sich  selbst  alles
Verdienst  in  Anspruch  nahm,  eine  Herabsetzung  ihres  Werthes
schien,  eine  unausstehliche  Figur  werden;  und  eine  solche  war
1  Er  liebt  es,  immer  und  immer  die  Zahl  seiner  bereits  veröffentlichten  Schriften
anzugeben  und  bei  solchen  Gelegenheiten  begegnen  wir  Zahlen  zwischen
300—500.  Natürlich  rechnet  er  kleine,  eine  oder  zwei  Seiten  umfassende
Arbeiten  (über  den  Floh,  den  Hahn  u.  dgl.)  mit,  wie  auch  Auszüge  aus
den  Werken  Anderer  und  aus  eigenen  Werken.
            
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