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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Decretalen  Gregors  IX.,  Innocenz  IV.,  Gregors  X.

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welche  häufig  ist.  Dass  er  in  der  Vorrede  sagt  ,auctor  fuit
Greg.  IX/  thut  nichts  dazu,  weil  er  hier  eine  abgeschlossene
Thatsache,  die  Abfassung  der  Decretalen,  vor  Augen  hat;
ebenso  sagt  er  ,auctor  fuit  fr.  Raymundus',  der  erst  1275  starb.
Gregor  IX.  starb  1241.  —  6)  Das  Recht  der  Decretalen  Gregors ­
  ist  ihm  das  jus  novum  z.  B.  fol.  44b.  —  7)  Von  Innocenz ­
  IV.  citirt  er  nicht  eine  einzige  Decretale,  obwohl  dazu,
wenn  er  überhaupt  solche  kannte,  reiche  Veranlassung  war  und
ein  Schriftsteller  von  dieser  Gesetzkenntniss  sie  gewiss  beachtet
haben  würde.  1

Petrus  de  Sampsone. 2
XV.  Von  ihm  wissen  wir  —  Sarti  stellt  die  Notizen  zusammen, ­
  —  dass  er  aus  Nimes  oder  der  Gegend  von  Nimes
stammte,  zu  Bologna  gleichzeitig  mit  Bernhard  von  Parma
lehrte,  Schüler  des  Jacobus  de  Albenga  und  Lehrer  des  Abbas
antiquus  war,  ein  Canonicat  zu  Narbonne  bekleidete.  Aus  den
bei  Abbas  unten  mitzutheilenden  Stellen  ergibt  sich  positiv,
dass  Petrus  Zeitgenosse  von  Odofredus  (f  1265,  v.  Savigny

1  M;m  gestatte  mir  zum  Schlüsse  einige  eigentümliche  Notizen  zu  gehen.
Fol.  264h.  ,Sed  quid,  si  laicus  aliquam  in  necessitate  ad  poenitentiam
reeeperit,  numquid  postea  cum  ea  matrimonium  contrahere  poterit?  la.
dixit,  quod  non,  si  tarnen  contrahat  dixit  matrimonium  valere,  nam  illud
tantum  intellexit  dictum  sacerdoti,  cum  ex  officio  ille  solus  ad  hoc  teneatur.
  Ego  dico  contrarium  et  eadem  ratione  laicus  in  necessitate  baptizans
posset  contrahere  cum  illa,  quam  baptizavit. 1  Diese  Auffassung,  dass  auch
ein  Laie  in  articulo  mortis  reconciliiren  könne,  ist  aus  der  Glosse  zur
Coli.  Gilberti  mitgetheilt  in  meiner  Abli.  Die  Coli.  Gilberti  u.  s.  w.
Wien  1870,  S.  22  (Sitzungsber.  LXV.  S.  616).
Fol.  204  hat  er  auch  die  Dreiteilung:  dolus  et  culpa  lata,  culpa
levis,  levissima.
Fol.  183a  (de  clericis  coniugatis)  pflichtet  er  der  Ansicht  des
Yincentius  bei:  der  Cölibat  ruhe  entweder  auf  einem  ausdrücklichen  Gelübde ­
  oder,  wenn  ein  solches  nicht  abgelegt  sei,  bei  des  Hechts  Kundigen
auf  einem  stillschweigenden,  sonst  auf  dem  Gesetze.
2  Sarti  I.  p.  366  sq.  Diplovataccius  fol.  186  (er  heisst  bei  ihm  de
Saxonia;  es  dürfte  auf  Rechnung  eines  Abschreibers  kommen).  Job.
Andr.  ad  c.  fraternit.  de  sepult.,  ad  c.  pastoralis  de  bis  q.  f.  a  prael.
Phillips  IV.  S.  328.  Meine  Abliandl.  über  die  Decret.  zw.  Greg.  IX.
u.  Bonif.  VIII.  S.  770.
G*
            
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