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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Zur  Geschichte  der  Wunder  in  dem  alten  China.

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Im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  Tai-yuen  (376  n.  Chr.)
war  Sie-tao-siün  aus  dem  in  der  Provinz  Kiang-liia  gelegenen
Districte  Ngan-lö  zwei  und  zwanzig  Jahre  alt  und  noch  eine
kurze  Zeit  verständig.  Plötzlich  wurde  er  von  der  um  die
Zeit  herrschenden  Krankheit  befallen  und  genas.  Später  wurde
er  wahnsinnig.  Hundert  Behandlungsarten  und  Rettungsmittel
stellten  ihn  nicht  her.  Da  gebrauchte  er  ein  Pulver.  Er  entlief ­
  wahnsinnig  und  hatte  noch  immer  vieles  Leiden.  Plötzlich
verlor  man  seine  Spur.  Er  veränderte  sich  alsbald  und  trat
als  Tiger  auf.  Die  Menschen,  die  er  verzehrte,  konnten  nicht
mehr  gezählt  werden.  Es  war  ein  Mädchen,  das  unter  den
Bäumen  Maulbeerblätter  pflückte.  Der  Tiger  ging  hin,  ergriff
und  verzehrte  es.  Als  er  sie  verzehrt  hatte,  verbarg  er  ihre
Haarnadel  und  ihr  Armband.  Er  legte  es  in  ein  Felsenthor
des  Gebirges.  Später  trat  er  wieder  als  Mensch  auf.  Er  wusste
alles  und  nahm  jene  Gegenstände.  Nach  einem  Jahre  kehrte
er  in  das  Haus  zurück  und  war  ein  Mensch.  Hierauf  ging  er
nach  der  Hauptstadt  und  diente  den  Obrigkeiten.  Er  wurde
ein  Vermerker  des  Befehlshabers  in  der  Vorhalle.  In  der
Nacht  führten  die  mit  ihm  zugleich  anwesenden  Menschen  Gespräche. ­
  Plötzlich  erzählten  sie  von  den  Veränderungen  des
Himmels  und  der  Erde,  von  dem  Gegenstände  der  Wunder.
Tao-siün  sagte:  Ich  ward  einst  von  einer  Krankheit  befallen
und  wurde  wahnsinnig.  Hierauf  verwandelte  ich  mich  und  trat
als  Tiger  auf.  Ich  verzehrte  Menschen  durch  ein  ganzes  Jahr.  —•
Zugleich  nannte  er  die  Orte,  wo  dieses  geschah,  ferner  den  Geschlechtsnamen ­
  und  den  Namen  der  von  ihm  aufgezehrten
Menschen.  Unter  den  in  seiner  Gesellschaft  befindlichen
Menschen  war  einer,  dessen  Vater,  Söhne  und  Brüder  aufgezehrt ­
  worden  waren.  Derselbe  rief  jetzt  mit  lauter  Stimme
und  wehklagte.  Er  ergriff  Jenen  und  überlieferte  ihn  den
Obrigkeiten.  Jener  starb  hierauf  Hungers  in  dem  Gefängnisse
von  Kien-khang.
Die  auf  das  Unscheinbare  Rücksicht  nehmende  Geschichte
von  Kuang-tscheu  sagt:
In  dem  Districte  Tscliing-yang  war  unter  dem  gemeinen
Volke  ein  Haus,  welches  Rinder  hütete.  Ein  Rind  leckte  plötzlich ­
  das  Kind  dieses  Hauses.  An  der  Stelle  wo  es  geleckt
ward,  wurde  das  Fleisch  ganz  weiss,  und  wider  Vermuthen
            
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