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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Zur  Geschichte  der  Wunder  in  dem  alten  China.

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In  dem  neuen  Districte  von  Wu-tschang’  befindet  sich  auf
dem  nördlichen  Berge  der  nach  dem  Manne  in  die  Ferne
blickende  Stein.  Derselbe  hat  die  Gestalt  eines  stehenden
Menschen.  Die  Ueberlicferung  sagt:  Einst  war  ein  lauteres
Weib,  deren  Mann  dem  Dienste  oblag  und  in  die  Ferne  bei
dem  Unglück  des  Reiches  eilte.  Sein  Weib  führte  an  der  Hand
den  jungen  Sohn  und  hegleitete  ihren  Mann  mit  Wein  und  Speise
auf  diesen  Berg.  Sie  stand  in  die  Ferne  blickend,  und  ihre
Gestalt  verwandelte  sich  in  Stein.
Die  Geschichte  von  Tan-yang  sagt:
Zu  den  Zeiten  Sün-hao’s,  im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes
l J ao-ting  (266  n.  dir.)  war  die  Mutter  Siuen-teng’s  von  Tanyang
  achtzig  Jahre  alt.  Sie  hadete  sich  in  dem  rückwärts  gelegenen ­
  See  und  verwandelte  sich  in  eine  Flussschildkröte.
Die  Geschichte  des  Suchens  der  Götter  sagt:
Ein  tausendjähriger  Fasan  tritt  in  das  Meer  und  wird
eine  grosse  Muschel.  Ein  hundertjähriger  Sperling  tritt  in  den
Strom  und  wird  eine  kleine  Muschel.  Tausendjährige  Schildkröten ­
  und  Meerschildkröten  können  mit  dem  Menschen  sprechen.
Eine  tausendjährige  Schlange  wird  auseinandergeschnitten  und
heftet  sich  wieder  zusammen.  Eine  hundertjährige  Ratte  kann
uns  die  Ankunft  der  Zahlen  wahrsagen.  An  dem  Tage  der
Theilung  des  Frühlings  verändert  sich  der  Falke  und  wird
eine  Taube.  An  dem  Tage  der  Theilung  des  Herbstes  verändert ­
  sich  die  Taube  und  wird  ein  Falke.  Dieses  sind  Verwandlungen ­
  der  Zeit.  Vcrfaulte  Pflanzen  werden  desshalb  Feuerfliegen ­
  Verfaulte  Binsen  werden  Seidenraupen.  Weizen  wird
zu  Schmetterlingen.  Die  Flügel  wachsen,  die  Augen  werden
vollendet,  Herz  und  Wissen  kommen  zum  Vorschein.  Dieses
ist  Verwandeln  und  Werden  ohne  Wissen,  Wechseln  der  Luft
mit  Wissen.  Ein  grosser  Vogel  wird  ein  Hirsch.  Eine  Schlange
wird  eine  Flussschildkröte.  Seidenraupen  worden  Frösche.  Diese
Wesen  werden  ihres  Blutes  und  ihrer  Luft  nicht  verlustig,  aber
Gestalt  und  Eigenschaft  verändern  sich.

Die  Erdbienen  heissen  mit  Namen  Ko-lo.  In  dem  gegenwärtigen ­
  Zeitalter  nennt  man  sie  Wang-liang. 1  Sie  gehören  zu
1  Wang-liang  heisst  sonst  auch  das  Gespenst  der  Berge.

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