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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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W  e  i  n  h  o  1  d.

und  iiiisteril  Orte  gelangen,  wo  er  den  Utgarthiloki  in  seiner
Höhle  finden  werde.  Feuer  erhält  Thorkill  erst  nach  drei  andern ­
  Sprüchen.  Nach  viertägiger  Fahrt  kommt  er  dann  zu
einem  stocldinstern  Fände.  Mit  Mühe  findet  er  einen  gewaltigen
Felsen  und  entdeckt,  nachdem  er  zum  Schutz  gegen  die  Geister
aus  Kieseln  Feuer  geschlagen,  den  Eingang  der  Höhle.  Diese
ist  wie  jene  Burg  des  Geruth.  Thorkill  durchschreitet  mit
seinen  Gefährten  einen  sandigen  Fluss,  gelangt  in  eine  tiefer
liegende  Höhle  und  von  hier  in  einen  finsteren  Raum,  worin
Utgarthiloki  an  Händen  und  Füssen  gefesselt  liegt.  Gleich
hörnernen  Spiessen  starren  die  Barthaare  von  ihm.  Zum  Wahrzeichen ­
  reisst  ihm  Thorkill  eins  aus,  worauf  solcher  Gestank
sich  verbreitet,  dass  sie  kaum  athmen  können  und  dem  Ausgang ­
  zueilen.  Von  allen  Seiten  speien  nun  Schlangen  ihren
Eiter  auf  sie,  von  dem  alle  bis  auf  fünf  getödtet  werden.  Bis
auf  das  Schiff  wird  Thorkill  mit  seinem  kleinen  Rest  von
wüthenden  giftspeienden  Gespenstern  verfolgt,  und  drei  werden
noch  getödtet  oder  verletzt.  Ganz  unkenntlich  geworden  kommt
Thorkill  endlich  zu  Gorm  zurück.
In  diesen  beiden  Geschichten  von  Thorkill,  welche  Saxo
grammaticus  überliefert,  ist  von  einer  gefährlichen  Seefahrt  in
den  Norden  die  Rede,  auf  deren  erster  das  Land  des  Geruth,
auf  der  zweiten  das  des  Utgarthiloki  aufgesucht  wird.  Geruths
Land  ist  jenseits  Biarmland,  eine  hochnordische  Schneegegend
voll  Wälder  und  rauschender  Flüsse;  die  Burg  des  Geruth
ist  im  Innern  eines  Felsen.  Utgarthilokis  Land  liegt  in  dem
finstern  Meer  und  ist  selbst  daher  in  Nacht  gehüllt.  Es  ist
der  mythische  Utgard,  das  Riesenland  bei  Niflheim,  in  dem
dieser  Loki  wohnt,  den  wir  auch  aus  der  Erzählung  der  Edda
von  Thors  Fahrt  zu  Utgarthiloki  kennen.  Der  Gott  zieht  da
ostwärts  nach  Jötunheim,  setzt  über  das  tiefe  Meer  und  muss
dann  durch  einen  grossen  Wald,  1  bis  er  zu  der  Burg  Utgard
gelangt.  Auch  von  einer  Fahrt  Thors  zu  Geirröd  weiss  die
1  Byrjarti  ferflina  austr  i  Jötunlieima  ok  allt  til  hafsins  ok  pä  för  kann  iit
yfir  halft  pat  it  diupa,  enn  er  hann  kom  til  lands  —  vard  fyrir  peim
mörk  stör.  Snorra  Edda  50  Bask.
            
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