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schwelg, der die Schiffahrt durch das ganze Jahr höchst gefährlich
macht und oft ganz unterbricht. Eine mittelalterliche
Beschreibung Grönlands 1 kennt ihn unter dem Namen hafhverf,
Meerstrudel, und die Annahme bietet sich von selbst, dass die
Bremer Polarfahrer in diesen eistreibenden Malstrom, den
heutige Gelehrte einem schwimmenden Gletscher vergleichen,
in nebligem Wetter gerieten und ganz ehrlich von den erlittenen
Gefahren erzählten. Der mächtige Strom schien zugleich
die Erklärung von Fluth und Ebbe zu geben, und da
in dem nordgermanischen Meer an verschiedenen Stellen auch
der Golfstrom seine Gewalt kundgab, so glaubte man damals
allgemein darin den Grund jener wunderbaren Erscheinung
sehen zu dürfen.
Weniger Begründung lässt sich für das zweite Abenteuer
jener Friesen finden. Hier ist irgend eine Begebenheit, die
ihnen durch die Habsucht ihrer Matrosen widerfuhr, mit Hilfe
des Glaubens an die Riesen des Nordens ausgeschmückt. Die
Beschreibung der felsigen Höhlenstadt, mit ihren Kostbarkeiten
erinnert zugleich an jene mythische Nordfahrt König Gorms
von Dänemark, welcher unter Führung Thorkills die Insel
Geruths kennen lernen wollte; die Riesen mit den Hunden
lassen an die Albani (Adam IV, 19) denken.
Saxo Grammaticus, der ungefähr hundert Jahre nach
Adam von Bremen seine dänische Geschichte schrieb, erzählt
jene wundersame Fahrt König Gorms. 2
Der Isländer Thorkill hatte dem König Gorm von den
Wundern bei Geruth erzählt und übernahm die Ausrüstung
und Leitung der Unternehmung, welche der König dorthin beschloss.
Auf drei besonders stark gebauten, mit Rindshäuten
bedeckten Schiffen, jedes mit hundert Mann besetzt, stachen
sie in See. Nördlich von Halogland verliess sie der günstige
Wind. Richtungslos trieben sie umher; die reichlichen Vorräthe
an Lebensmitteln waren bis auf das Mehl zu Brei schon
aufgezehrt. Da hören sie endlich die Brandung an dem Ufer
einer Insel rauschen und sehen Rinderheerden am Ufer weiden.
1 Nachdem die Handschrift verloren ist, durch Biörn Johnsens Grönlands
Annaler erhalten, abgedruckt a. a. O. 226.
2 Saxonis grammatici historia danica. recens. P. E. Müller 1, 420—433.