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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Ueber  Kant’s  Widerlegung  des  Idealismus  von  Berkeley.

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(um  seiner  Ungereimtheiten  willen)  und  damit  auch  die  Realität ­
  der  Körper  zu  leugnen,  oder  den  Raum  ideal  zu  setzen,
wobei  die  Welt  der  Realitäten  unangetastet  blieb,  weil  die  auf
jenem  (einer  blossen  Anschauungsform)  lastenden  Absurditäten
sie  weiter  nichts  angingen.  Der  dritte  Fall,  dass  der  Raum
zwar  ideal,  aber  ,nicht  absolut',  kein  receptaculum  der
Dinge,  sondern  eine  Abstraction  von  den  Dingen,  zwar  in
uns  und  blosse  ,Vorstellung',  aber  doch  nicht  ohne  die  Vorstellung ­
  von  Körpern  als  solchen  gedacht  werden  könne,  und
der  eben  Berkeley’s  Fall  ist,  stand  ausserhalb  seines  Gesichtskreises. ­

Indem  nun  Kant  sich  bewusst  war,  das  eine  Glied  jener
vermeintlichen  Alternative  zu  sein,  musste  Berkeley  nothwendig
  auf  der  andern  Seite  untergebracht  werden.  Dieselbe  bildet
denn  auch  wirklich  den  Kern  derjenigen  Widerlegung  (2.  Aufl.
vgl.  II.  S.  223),  die  wirklich,  (nicht  wie  die  von  Kuno  Fischer
dafürgehaltene,  fälschlich)  gegen  Berkeley  gerichtet  ist.  Er
nennt  hier  den  Idealismus  (er  versteht  den  materialen)  diejenige ­
  Theorie,  welche  das  Dasein  der  Gegenstände  im  Raum
ausser  uns  entweder  blos  für  zweifelhaft  undunerweislich  oder
für  falsch  und  unmöglich  erklärt.  Der  erstere  ist  nach
ihm  der  problematische  des  Cärtesius,  der  nur  eine  empirische ­
  Behauptung  (assertio),  nämlich:  Ich  bin,  für  ungezweifelt
erklärt.  Der  zweite,  ,ist  der  dogmatische  des  Berkeley,  der  den
Raum  mit  allen  den  Dingen,  welchen  er  als  unabtrennliche  Bedingung ­
  anhängt,  für  etwas,  was  an  sich  selbst  unmöglich  sei  und
darum  auch  die  Dinge  im  Raum  für  blosse  Einbildungen
erklärt.'  Dieser  nun,  fahrt  Kant  fort,  ,ist  unvermeidlich,  wenn
man  den  Raum  als  Eigenschaft,  die  den  Dingen  an  sich  selbst
zukommen  soll,  ansieht;  denn  da  ist  er  mit  Allem  dem  er  zur
Bedingung  diente,  ein  Unding.  Allein  der  Grund  zu  diesem
Idealismus  ist  von  uns  in  der  transcendentalcn  Aesthetik  gehoben'. ­

Das  ist  die  ganze  Widerlegung,  so  weit  sie  Berkeley  angeht. ­
  Was  darauf  folgt:  Der  problematische  u.  s.  w.  bis  zum
Schluss  des  Einschiebsels  vor  den  Worten:  Was  endlich  das
dritte  Postulat  betrifft  u.  s.  w.  (S.  216),  gilt,  was  eben  K.
Fischer  entgangen  ist,  ausschliesslich  dem  Cartesianischen
Idealismus.  Auch  der  Wiedererwecker  des  Berkeley’schen  Idea-
            
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