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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Zimmermann.

geometrarum  plurimis  adridet,  und  welche  darin  besteht,  dass
der  Raum  eine  Realität  (realitas)  oder  ein  ,absolutum  et  immensum
  rerum  possibiliiun  reccptaculum'  sei.  Das  hatte
allerdings  Clarke  Leibnitz’en  gegenüber,  dessen  Meinung
über  den  Raum  Kant  an  derselben  Stelle  als  der  obigen  entgegengesetzt ­
  anführt,  behauptet.  Kant  lässt  nun  Berkeley  in
der  Weise  argumentiren,  als  ob  er  jenen  Clarke’schen  Raum,
das  receptaculum  der  Körper,  für  unmöglich  und  desshalb
arxch  die  Körper  selbst  für  blossen  Schein  erklärt  habe.
Allein  diese  Demonstration  habe  ich  nirgends  bei  Berkeley
angetroffen.  Derselbe  sagt  zwar  ausdrücklich  und  zu  wiederholten ­
  Malen,  dass  der  Raum  nach  Zerstörung  oder  Hin  Wegnahme
aller  Körper  (,den  sie  den  absoluten  Raum  nennen')  ein  reines
Nichts,  an  keiner  mir  bekannten  Stelle  aber,  dass  die  Körper
nach  Hinwegnahme  des  Raumes  Nichts  seien.  Er  scheint  wol
die  Vorstellung  des  Raumes  für  abhängig  von  der  Vorstellung
von  Körpern,  keineswegs  aber  die  Vorstellung  von  Körpern
für  abhängig  von  der  Voi'stellung  eines,absoluten'  (leeren,  aller
Vorstellung  von  Körpern  vorhergehenden)  Raumes  zu  halten.
Um  zu  argumentiren,  wie  Kant  ihn  thun  lässt,  müsste
Berkeley  die  reale  Existenz  des  Raumes  für  eine  Bedingung ­
  der  Existenz  realer  Körper  gehalten,  d.  h.  er  müsste  den
Glauben  Clarke’s,  dass  er  das  ,receptaculum'  der  Dinge  sei,
und  als  solches  den  erfüllenden  Dingen  vorher  ge  he,  getheilt
haben.  Konnte  ein  solches  nicht  existiren,  so  durften  es  freilich
die  Dinge  ebensowenig.  Kant  theilte  die  Ansicht,  die  auch  die
seines  bewunderten  Newton  war,  dass  der  Raum  als  Ganzes
den  Theilen,  d.  i.  den  mit  Körpern  ausgefüllten  Räumen  vorhergehe, ­
  sah  ihn  daher  gewissermassen  gleichfalls  als  ,receptaculum' ­
  an,  nur  nicht  als  ein  real  ausser,  sondern  als  ein
ideal  im  Subject  existirendes.  Als  solches  wurde  dasselbe
nicht  mehr  von  den  Ungereimtheiten'  getroffen,  die  nur  dem
realen  Raum  galten,  blieb  aber  nichtsdestoweniger  ,absoluter,
d.  h.  ein  Raum,  der  auch  nach  Hinwegnahme  aller  ,Körper',
d.  i.  jetzt  blosser  Erscheinungen  übrig  blieb.  Da  er  nicht  zu
begreifen  vermochte,  dass  jemand  den  Raum  anders,  denn  wie
Nöwton  und  er  selbst,  als  receptaculum  (sei  es  reales  oder
ideales)  denken  könne,  so  gerieth  er  auf  die  Alternative,  die
ihm  die  einzig  mögliche  schien:  Entweder  den  realen  Raum
            
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