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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Zimmermann.

scheint  nur  in  meinem  Selbstbewusstsein  gegeben  zu  sein,
wenn  er  behaupte,  dass  die  Qualität  des  Raumes  und  der  Zeit,
welcher  als  Bedingung  ihres  Daseins  gemäss  ich  beide  setze,
in  meiner  Anschauungsart  und  nicht  in-  diesem  Objecte  von
sich  liege.  Es  wäre,  fügt  er  hinzu,  meine  eigene  Schuld,  wenn
ich  aus  dem  was  ich  zur  Erscheinung  zählen  sollte,  blossen
Schein  machte.  Aus  dem  Folgenden  geht  hervor,  dass  er
Berkeley  in  diesem  Verdacht  hatte.
Der  ,gute  Berkeley'  nun  habe  ,die  Körper  zu  blossem
Schein  herabgesetzt',  während  sie  doch,  wie  man  nach  dem
Vorigen  ergänzen  darf,  Erscheinungen  seien.  Wenn  das  so  viel
bedeuten  soll,  als  dass  Berkeley  behauptet  habe,  ausser  der
Vorstellung  des  Körpers  im  Subject  gebe  es  keinen,  d.  h.,
es  gebe  überhaupt  keinen  realen  Körper,  so  ist  es  richtig.
Alles  dasjenige  was  einen  Körper  ausmacht,  Ausdehnung,  Räumlichkeit ­
  u.  s.  w.,  ist  nach  Berkeley  bloss  Idee  im  Subject,
also  Vorstellung,  nicht  Realität  (ausser  dem  Subject).  Soll  darum ­
  aber  der  Körper  ,blosser  Schein'  heissen,  so  ist  er  auch
nach  Kant’s  Darstellung  nichts  anderes.  Denn  (vgl.  II.  675)
Materie  ist  ,von  unserer  Sinnlichkeit  abgetrennt,  nichts'  und
Raum  (also  auch  wohl  Ausdehnung?)  lediglich  ,in  uns'.  Soll
er  aber  darum  mehr  als  ,Schein',  nach  Kant’s  Ausdruck  ,Erscheinung' ­
  sein,  weil  er  zwar  i  m  Subject,  aber  in  demselben
durch  etwas  von  diesem  Verschiedenes  (gleichviel  was)  verursacht ­
  ist,  so  verdient  der  Körper  bei  Berkeley  ebensogut  wie
bei  Kant  diesen  Namen,  denn  die  ,Idee'  des  Körpers  hängt  nach
Beiden  ,von  der  Relation  gegebener  Gegenstände  zum  Subject',  bei
Berkeley  des  ,übermenschlichen  Geistes',  bei  Kant  ,dos  Dinges
an  sich'  zum  menschlichen  Geist  ab.
Es  ist  allerdings  richtig,  dass,  wie  Kant  (a.  a.  0.  S.  83)
behauptet,  die  Dinge  im  Raum  sich  in  Schein  verwandeln
müssten,  wenn  Zeit  und  Raum  Beschaffenheiten  in  ,Sachen  an
sich',  und,  obgleich  Bedingungen  der  Existenz  aller  Dinge',
dennoch  der  Ungereimtheiten  willen,  in  welche  sie  verwickeln,
selbst  als  existirende  aufgehoben  werden  müssten.  Aber  ich
kann  nicht  finden,  dass  sich  Berkeley  der  Argumentation,
deren  ihn  Kant  sich  bedienen  lässt,  irgendwo  wirklich  bedient
habe.  Zwar  dass  ,absoluter  Raum'  (und  ebenso  ,absolute'  Zeit),
den  er  vom  relativen  unterscheidet,  ein  ,reines  Nichts'  sei,
            
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