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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Ueber  Kant’s  Widerlegung  des  Idealismus  von  Berkeley.

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Stande  sei,  davon  vermögen  wir  uns  schlechterdings  keinerlei
,anschauliche'  Vorstellung  machen.
Freilich,  wie  Baumann  (a.  a.  0.  S.  391)  anerkennt,  eine
,anschauliche'  Vorstellung  besitzen  wir  auch  nicht  von  der  Art,
wie  unser  eigener  Wille  Vorstellungen  hervorbringt.  Auch  darin
stimme  ich  ihm  bei,  dass,  weil  der  Hergang  im  Einzelnen,
wie  der  Wille  es  mache,  sich  zu  Handlungen  zu  bestimmen,
trotz  aller  Innerlichkeit  ein  Geheimniss  ist,  zwar,  ,nur  das
Hass  der  Causalität  als  sicher  bleibt',  nichtsdestoweniger  jedoch ­
  ,das  Geheimniss  des  Wie  dieser  Gewissheit  nichts
schadet'.  Umsoweniger,  scheint  mir,  wäre  Kant’s  Kritik  im
Recht,  Berkeley’s  Theorie  um  dieses  ,Geheimnisses  willen  als
,mystisch  und  schwärmend'  zu  tadeln'.
Dass  sie  es  desshalb  gethan  habe,  verräth  die  Kritik
allerdings  nirgends.  Auf  die  Rolle,  die  Berkeley  dem  Willen
der  Gottheit  als  bewirkender  Ursache  des  Phänomens  der
Erfahrung  im  (subjectiveu)  Geiste  zutheilt,  wird  an  keinem
Ort  angespielt;  dagegen  ,die  Bezweiflung  der  Existenz  der
Sachen'  im  Sinne  des  ,recipirten  Idealismus',  d.  h.  die  Leugnung
,wirklicher  Sachen'  (und  deren  Verwandlung  in  ,blosse  Vorstellung') ­
  schon  in  den  Prolegomenen  ihm  zum  Vorwurfe  gemacht. ­
  In  der  zweiten  Ausgabe  der  Kritik  (1787)  tritt  der
Tadel  directer  und  schärfer,  ja  in  der  dritten  der  allgemeinen ­
  Anmerkungen  zur  transeendentalen  Aesthetik  (§.  8.  III.
a.  a.  0.  S.  85),  die  so  wie  die  zweite  erst  in  der  zweiten  Auflage ­
  hinzugekommen  ist,  in  spöttisch  verwerfender  Weise  auf.
Wenn  er  sage,  schreibt  Kant  dort,  im  Raum  und  in  der  Zeit
stelle  die  Anschauung  sowohl  der  äusseren  Objecte,  als  auch
die  Selbstanschauung  des  Gemüths,  beides  vor,  so  wie  es  unsere
Sinne  afficiere,  d.  i.  wie  es  erscheine,  so  wolle  das  nicht
sagen,  dass  diese  Gegenstände  ein  blosser  Schein  wären.
Denn  in  der  Erscheinung  worden  jederzeit  die  Objecte,  ja
selbst  die  Beschaffenheit,  die  wir  ihnen  beilegen,  als  etwas
wirklich  Gegebenes  angesehen,  nur  dass,  sofern  diese  Beschaffenheit ­
  nur  von  der  Anschauungsart  des  Subject.es,  in  der
Relation  des  gegebenen  Gegenstandes  zu  ihm,  abhängt,
dieser  Gegenstand  als  Erscheinung,  von  ihm  selber  als
Object  an  sich  unterschieden  wird.  Daher  sage  er  nicht,  die
Körper  scheinen  blos  ausser  uns  zu  sein,  oder  meine  Seele
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