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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Zimmermann.

Der  Beweis  für  die  Existenz  desselben  liegt  für  den  Einen
wie  für  den  Andern  in  der  Realität  der  ,Idee  im  Geiste',  d.  i.
des  Phänomens,  nur  nach  Berkeley,  in  dessen  Form  und
Materie  zusammen,  nach  Kant  in  dessen  Materie  (Empfindung) ­
  allein.  Die  Erfahrung  im  Subject  ist  nach  Berkeley
(dem  Stoff  und  der  Form  nach)  nicht  ohne  Gott,  nach  Kant,
der  die  Form  in  das  Subject  verlegt,  wenigstens  dem  Stoffe
nach  nicht  ohne  das  Ding  an  sich  möglich.  Dieses  erzeugt  (auf
uns  übrigens  unbegreifliche  Weise)  die  Empfindungen,  welche
den  unverbundenen  Grundstoff  unserer  gesammten  Erfahrung
ausmachen.  Gott  dagegen  bringt  durch  seinen  Willen  sowol
den  Stoff  als  die  Form  unserer  Erfahrung,  d.  h.  das  Phänomen
einer  im  Raume  ausgedehnten,  nach  Gesetzen  angeordneten
Natur,  und  eines  in  der  Zeit  sich  abwickelnden  gesetzlichen
Naturlaufs  in  uns  hervor.
Diese  Heranziehung  Gottes  als  unmittelbar  bewirkender
Ursache  der  Idee  in  uns  hat  nun  etwas  Mystisches  an  sich.
Es  muss  aber  zugestanden  werden,  dass  es  für  Kant’s  unmittelbares ­
  Bewirktwerden  der  Materie  aller  Erfahrung,  der
Empfindung  in  und  durch  das  Ding  an  sich,  ebensowenig ­
  eine  Erklärung  gibt.  Selbst  nach  Beseitigung  des  Dings
an  sich  stiess  Fichte’s  subjectiver  Idealismus  bezüglich  des  Daseins
der  Empfindungen  noch  auf,unbegreifliche  Schranken'.  Ja  Berkeley’s ­
  Erklärung  des  Phänomens  in  uns  durch  den  Willen  Gottes,
hat  vor  der  Kant’sehen  Erklärung  der  Empfindung  in  uns
durch  das  Ding  an  sich  noch  den  Vortheil  der  Analogie  voraus, ­
  die  unsere  eigenen,  durch  unsern  Willen  verursachten
willkürlichen  Vorstellungen  (Imaginationen,  Fictionen)  darbieten:
,Wir  haben',  fasst  Baumann  (a.  a.  0.  390)  Berkeley’s  Lehre
zusammen,  ,eine  anschauliche  Vorstellung  einer  Ursache  in  unserem ­
  Willen;  wie  der  im  Kleinen  Vorstellungen  hervorbringt
und  bearbeitet,  so  müssen  wir  im  Grossen  für  die  Eindrücke,
deren  Ursache  nicht  zu  sein  wir  uns  bewusst  sind,  einen  anderen ­
  Geist  annehmen  als  Ursache,  d.  h.  Gott'.  So  gut  unser
eigener  (wie  unsere  Erfahrung  lehrt),  vermag  auch  ein
fremder,  überlegener  (wie  der  göttliche  ist)  Wille  Vorstellungen ­
  in  uns  zu  verursachen.  Wie  aber  ein  uns  gänzlich  Unbekanntes, ­
  ein  Ding  an  sich,  von  dem  wir  gar  keine  Vorstellung ­
  haben  können,  in  uns  eine  Empfindung  zu  erzeugen  im
            
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