Uebor Kant’s Widerlegung des Idealismus von Berkeley.
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bestimmen; so dass, da wir es nicht wissen, alles, was wir
sehen, hören oder fühlen, nur Phantome und leere Chimäre
sein mag, mit den realen, in natura rerum existirenden Dingen
verglichen. All dieser Skepticismus (den somit Berkeley von
sich abweist) kommt von der Annahme eines Unterschiedes
zwischen Dingen und Ideen' (a. a. 0. I. p. 67). Eines
solchen nämlich, bei welchem zwischen beiden gewisse Aehnlichkeit
wie zwischen Zeichen und Bezeiclinetem herrschen und
das Zeichen nur eben nicht hinreichen soll, die wahre Qualität
des Bezeichneten zu erkennen. Diese Annahme aber fällt
mit der Theorie zusammen, welche Kant (erste Ausgabe vgl.
II. Nachtr. S. 67b) empirischen Idealismus nennt, und
gegen welche Berkeley, wie man sieht, ausdrücklich Front
macht. Derselbe bezweifelt daher nicht nur nicht, dass ausser
dem wahrnehmenden Geist irgend etwas existire, sondern er
bezweifelt den obigen ,Unterschied zwischen Dingen und Ideen'
gerade darum, weil er zum Zweifel führt, dass etwas
ausser dem (subjectiven) Geist existire. Darüber, dass
die vollkommene Unähnlichkeit zwischen ,Erscheinung und
Ding an sich' (der Vorstellung im Geist und dem, was wahrhaft
ist ausser demselben) nicht die Folgerung begründen
könne, es existire gar nichts ausser der Vorstellung,
die im Geisteist, ist er vielmehr mit Kant ganz einverstanden.
Denn auch nach Diesem lässt aus der völligen Unerkennbarkeit
also auch Unvergleichbarkeit der Qualität des Dinges an sich
mit der Materie der Erfahrung (der Qualität der Empfindungen)
sich durchaus nicht schliessen, es existire nur die Empfindung
(im Subject), und kein Ding an sich als Ursache derselben
(ausser dem Subject).
Man kann sagen, die ,Sache' im Kant’schen Sinne, d. i.
die Existenz eines ,Ding an sich' oder Noumenon zu bezweifeln,
ist auch Berkeley ,nicht in den Sinn gekommen'. Vielmehr
geht sein Bemühen (wie das Kant’s) nur dahin, darzutlmn,
dass dasjenige, was im Geiste (Phänomenon, Idee) und dasjenige,
was ausser dem Geiste als Ursache der Idee im Geiste
ist (Noumenon, Ding an sich), zwar miteinander schlechterdings
keinerlei Aehnlichkeit habe und haben könne, nichts
desto weniger aber ein Solches, das Kant Ding an sich schlechtweg,
er selbst aber Gott nennt, vorhanden sei.
Sitzb. d. phil.-Mst. Cl. LXVIII. Bd. IV. Hft.
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