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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Z  immer  ra  an  n.

sondern  in  ihm  selb  st  die  Ursache  seiner  Vorstellungen
aufzusuchen.
Berkeley  und  Kant  haben  sie  nichtsdestoweniger  ausser
dem  Subjecte  gesucht  und  sind  dem  subjectiven  Idealismus,
jeder  auf  seine  besondere  Weise,  aus  dem  Wege  gegangen.  In
dieser  werden  wir  auch  zuletzt  das  wahre  Motiv  von  Kant’s
abfälligem  Urtheil  über  Berkeley’s  Theorie  antreffen;  was  er
im  Anhang  zu  den  Prolegomenen  (S.  315)  anführt,  würde  kaum
dazu  hinreichen.  Nachdem  er  bisher  schon  einen  transcendentalen
  und  empirischen,  einen  formalen  und  materialen,  kritischen, ­
  mystischen  und  Cartesianischen,  auch  einen  träumenden
und  schwärmenden  Idealismus  unterschieden,  werden  wir  plötzlich ­
  mit  einem  ganz  neuen  Kriterium  des  ,echten'  (im  Gegensatz ­
  zu  seinem  eigenen)  Idealismus  überrascht.  Der  Satz  aller
echten  Idealisten,  von  der  eleatischen  Schule  an  bis  zum  Bischof
Berkeley,  sei  in  dieser  Formel  enthalten:  ,alle  Erkenntniss
durch  Sinne  und  Erfahrung  ist  nichts  als  lauter  Schein,  und
nur  in  den  Ideen  des  reinen  Verstandes  und  der  Vernunft  ist
Wahrheit/  Dem  gegenüber  laute  der  Grundsatz,  der  seinen
Idealismus  durchgängig  regiere  und  bestimme:  ,Alle  Erkenntniss
von  Dingen  aus  blossem  reinem  Verstände  oder  reiner  Vernunft
ist  nichts  als  lauter  Schein  und  nur  in  der  Erfahrung  ist
Wahrheit'.  Die  Idealisten  und  unter  ihnen  vornehmlich  Berkeley ­
  sähen  den  Raum  zwar  für  eine  Vorstellung,  aber  für
eine  blosse  empirische  an,  die  ebenso  wie  die  Erscheinungen
in  ihm  uns  nur  vermittelst  der  Erfahrung  oder  Wahrnehmung
zusammt  allen  seinen  Bestimmungen  bekannt  würden;  er  dagegen ­
  zeige,  dass  der  Raum  (und  ebenso  die  Zeit,  auf  welche
Berkeley  nicht  Acht  hatte)  sammt  allen  seinen  Bestimmungen
a  priori  von  uns  erkannt  werden  könne,  weil  er  sowohl  als  die
Zeit  uns  vor  aller  Wahrnehmung  oder  Erfahrung,  als  reine
Form  unserer  Sinnlichkeit  beiwohnt  und  alle  Anschauung  derselben, ­
  mithin  auch  alle  Erfahrung  möglich  macht.  Hieraus
folge:  dass,  da  Wahrheit  auf  allgemeinen  und  nothwendigen
Gesetzen  als  ihren  Kriterien  beruhe,  die  Erfahrung  bei  Berkeley ­
  keine  Kriterien  der  Wahrheit  haben  könne,  weil  den  Erscheinungen ­
  derselben  (von  ihm)  nichts  a  priori  zu  Grunde
gelegt  werde,  woraus  dann  folgt,  dass  sie  nichts  als
blosser  Schein  sei,  dagegen  bei  ihm  (Kant)  Raum  und  Zeit
            
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