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Zimmer man n.
selben gemein hat. Vielmehr kann darunter nur ,tlie Bezweiflung
der Existenz der Sachen*, der Kern fies ,recipirten Idealismus*
gemeint sein, wobei unter den Sachen nicht die Materie, die
ja blosse Erscheinung (substantia phaenomenön) ist, sondern
die substantia noumenon, das Ding an sich der Kritik, verstanden
wird. Diese zu leugnen mag Kant allerdings auch in
der ersten Ausgabe nicht ,in den Sinn* gekommen sein, da
er auch dort ,nur sagen wollte, dass die Dinge, die wir anschauen,
nicht das an sich selbst sind, wofür wir sie anschauen,
noch ihre Verhältnisse so an sich selbst beschaffen sind, als
sie uns erscheinen, und was es für eine Bewandtniss mit den
Gegenständen an sich und abgesondert von aller dieser Receptivität
unserer Sinnlichkeit haben möge, uns gänzlich unbekannt
bleibe* (II. 78.). Zwar ist dadurch die Möglichkeit, dass jene
,uns gänzlich unbekannt bleibenden* Dinge an sich existiren,
nicht ausgeschlossen; durch den eingeschobenen Satz aber:
dass, ,wenn wir unser Subject oder auch nur die subjective
Beschaffenheit der Sinne überhaupt aufheben, alle die Beschaffenheit,
alle Verhältnisse der Objecte in Raum und Zeit, ja
selbst Raum und Zeit verschwinden würden, und als Erscheinungen
nicht an sich selbst, sondern nur in uns existiren
können* (ebendas.), ist klar ausgedrückt, dass sie wenigstens
für uns so gut wie nicht existiren, oder was dasselbe ist,
dass für uns nur Erscheinungen in uns existiren.
Kein Object ohne Subject, keine Erscheinung ohne Denjenigen,
dem sie erscheint! Dieser Fundamentalsatz der Kant’schen
Kritik trifft mit dem Satze Berkeley’s: esse = percipi,. vollkommen
zusammen. Derselbe enthält eine so einleuchtende Wahrheit, dass
in ihm das ,Mystische* und Schwärmerische*, welches Kant in
dem Idealismus Berkcley’s findet, unmöglich gesucht werden
kann. Wie sich von selbst versteht, dass ohne Spiegel kein Spiegelbild,
so ist es klar, dass ohne das anschauende Auge keine
Anschauung zu Stande kommen würde. Berkeley’s Theorie des
Sehens (1709), die sich, nicht nur mit derjenigen A. Schopenhauers,
sondern wie Baumann (Lehre von Raum, Zeit undMat.
II. 366) richtig bemerkt, in der Grundidee mit der neuerdings,
namentlich von Helmholtz (physiologische Optik) vertretenen
berührt, schafft mit dem Canon: der Geist erkennt nur durch Ideen,
fl. i. unmittelbare Objecte der Sinne, die Optik, d. i. die physika-