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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Zimmer  mann.

der  transcendentale  bezweifelt  die  Existenz  der  Materie  als
Erscheinung  nicht,  und  der  kritische  ebensowenig.  Beide,  der
kritische  sogut  wie  der  transcendentale  Idealist,  sprechen  den
Erscheinungen  die  Existenz  der  ,Sachen'  ab  und  die  blosser
Vorstellungsweisen  zu.  Der  scheinbare  Widerspruch  in  der
oben  angeführten  Stelle  entsteht  nur  dadurch,  dass  das  Wort
,Existenz'  einmal  auf  ,Sachen',  das  anderemal  auf  blosse  ,Erscheinungen' ­
  bezogen,  die  der  ersteren  von  den  letzteren  geleugnet, ­
  und  dadurch  der  Schein  erzeugt  wird,  als  hätten  die
Erscheinungen  überhaupt  gar  keine  Existenz,  während  der
,kritische'  Idealist  doch  nur  behauptet,  dass  sie  nicht  jene  der
,Sachen'  hätten!
Dennoch,  obgleich  obiger  Widerspruch  in  der  That  nur
scheinbar  ist,  besteht  ein  solcher  wirklich  zwischen  dem  Kant’-schen
  Idealismus  der  Prolegomena  und  jenem  der  ersten  Ausgabe. ­
  Derselbe  liegt  nicht  darin,  dass  beide  übereinstimmend
die  Erscheinungen  für  blosse  Vorstellungsweisen  erklären  und
demgemäss  ihnen  auch  nur  diejenige  Existenz  beilegen,  welche
Vorstellungsweisen  zukommt;  sondern  darin,  dass  der  ,kritische'
Idealismus  auch  noch  von  den  Erscheinungen  unterschiedene
,Sachen'  und  eine  denselben  zukommende  ,Existenz'  kennt,  von
denen  der  transcendentale  (der  ersten  Ausgabe)  nichts  weiss,
oder  doch  wenigstens  nicht  spricht.  Man  vergleiche  einmal  die
Definitionen,  die  Kant  in  der  ersten  Ausgabe  und  die  er  in
den  Prolegomenen  vom  ,Idealisten'  und  ,  Idealismus'  schlechtweg
gibt,  wenn  ihm  daran  gelegen  ist,  seine  eigene  Lehre  dagegen
abzugrenzen.  Man  wird  finden,  dass  sie  beidemal  ganz  verschieden, ­
  ja  geradezu  entgegengesetzt  lautet.  In  der  ersten
Ausgabe  (a.  a.  0.  S.  674)  heisst  es:  ,Unter  einem  Idealisten
muss  man  also  nicht  denjenigen  verstehen,  der  das  Dasein
äusserer  Gegenstände  der  Sinne  leugnet',  und  Proleg.  §.  13,
(III.  S.  210)  sagt  er:  ,Die  Bezweiflung  der  Existenz  der  Sachen
macht  den  Idealismus  in  recipirter  Bedeutung  aus'.  Nach  dem
ersten  Ausspruch  kann  jemand  recht  wol  das  Dasein  äusserer ­
  Gegenstände  der  Sinne  leugnen  und  wird  dadurch  kein
Idealist;  nach  der  andern  ist  eigentlich  nur  derjenige  ein
solcher,  welcher  die  Existenz  der  Sachen  bezweifelt.  Der
,transcendentale'  Idealist,  der  die  Materie  für  eine  blosse  Erscheinung, ­
  d.h.  für  eine  Art  Vorstellungen  erklärt,  welche  äusserlich
            
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