Transcendental-Idealist, so gut wie Kant selbst, also nach der
Terminologie der ersten Ausgabe kein Idealist, sondern empirischer
Realist. Denn die Existenz der Materie, die nur eine
,Art Vorstellungen, welche äusserlich heissen, nicht als ob
sie sich auf an sich selbst äussere Gegenstände bezögen, sondern
weil sie Wahrnehmungen auf den Raum beziehen, in
welchem alles ausser einander, er selbst, der Raum, aber
in uns ist', kann auch Berkeley einräumen, ,ohne aus dem
blossen Selbstbewusstsein hinauszugehen'. Was er leugnet, ist
nicht, dass Materie und Körper als Ideen im Geiste, sondern
nur, dass sie an sich ausser demselben existiren.
Nach dem von ihm aufgestellten Fundamentalsatz: esse = percipi,
besteht die Existenz der Materie eben in ihrem Percipirt,
d. i. im Geiste vorgestellt werden, so dass im strengsten Wortsinn
von ihr gesagt werden kann, was Kant von dem transcendentalen
Idealisten als empirischen Realisten fordert, dieselbe
besitze als Erscheinung eine Wirklichkeit, die nicht geschlossen,
sondern unmittelbar (vom Geiste im Geiste) wahrgenommen
wird. (A. a. 0. S. 676.)
Berkeley behauptet nun nicht nur dasselbe, was der
Transcendental-Idealist einräumt, er bestreitet auch das Nämliche,
was dieser bekämpft. Als den wahren Gegensatz desjenigen
Idealismus, zu dem er sich selbst bekennt, stellt nämlich Kant
an obiger Stelle nicht den Realismus schlechtweg, sondern den
transcendentalen Realismus auf, der Zeit und Raum als etwas
an sich (unabhängig von unserer Sinnlichkeit) Gegebenes ansieht.
Der transcendentale Realist stellt sich äussere Erscheinungen (wenn
man ihnen Wirklichkeit einräumt) als Dinge an sich selbst
vor, die unabhängig von uns und unserer Sinnlichkeit existiren,
also auch nach reinen Verstandsbegriffen. Dieser sei es, der
nachher den empirischen Idealisten spiele, und nachdem er
fälschlich von Gegenständen der Sinne vorausgesetzt habe, dass,
wenn sie äussere sein sollen, sie an sich selbst auch ohne Sinne
ihre Existenz haben müssten, in diesem Gesichtspunkte alle
unsere Vorstellungen der Sinne unzureichend finde, die Wirklichkeit
derselben gewiss zu machen.
Die Ansicht der ,Schulphilosophie', welche Berkeley bekämpft,
welche da glaube, dass von dem Dinge noch etwas
übrig bleibe, wenn man seine sämmtlichen Eigenschaften, pri-