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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

lieber  Kant's  Widerlegung  des  Idealismus  von  Berkelej'.

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thut,  und  den  die  Widerlegung  des  Cartesianischen  Idealismus
in  der  zweiten  nicht  trifft,  immer  noch  ein  Idealist  heissen
müssen.
Wir  kommen  hier  auf  das  oben  erwähnte  Versehen  Kuno
Fischer’s  zu  sprechen.  Dieser  bemerkt  sehr  richtig,  dass  die
ganze  Demonstration  (a.  a.  0.  S.  224),  die  darauf  hinausläuft,
dass  erst  das  Dasein  der  Dinge  ausser  uns  die  Wahrnehmung
unserer  selbst  möglich  mache,  ,keine  Widerlegung  Berkeley’s
sei'  (a.  a.  0.  S.  428).  Aber  er  hat  übersehen,  dass  sie  es  auch
gar  nicht  sein  sollte.  Dieselbe  ist  nämlich  in  dem  Zusatz  der
zweiten  Ausgabe  ausdrücklich  nicht  gegen  den  dogmatischen,
sondern  gegen  den  problematischen  Idealismus,  folglich  gegen
Cartesius  statt  gegen  Berkeley  gerichtet;  ganz  ebenso  wie  die
entsprechende  in  der  ersten  Ausgabe  (Nachtr.  II.  S.  679  ,Alle
äussere  Wahrnehmung  bedingt  unmittelbar  etwas  Wirkliches
im  Raume')  auf  den  dort  definirten  Idealismus  (denselben,  der
in  der  zweiten  Ausgabe  der  problematische'  heisst)  gemünzt
erscheint.
Wesshalb  aber  die  erste  Ausgabe  unter  einem  Idealisten
nicht  denjenigen  verstanden  wissen  will,  der  das  Dasein  äusserer
Gegenstände  der  Sinne  leugnet,  sondern  nur  den,  der  nicht
einräumt,  dass  es  durch  unmittelbare  Wahrnehmung  erkannt
werde,  d.  h.  nur  Cartesius  (keineswegs  aber  Berkeley)  als
solchen  betrachtet,  geht  aus  der  gleichfolgenden  Unterscheidung
eines,zweifachen',  des  transcendentalen  und  des  empirischen  Idealismus ­
  hervor,  für  deren  ersten  sich  Kant,schon  im  Anfänge  erklärt'hat ­
  (S.  675  a.  a.  0.).  Dieser  nämlich,  d.  i.,der  Lehrbegriff',
nach  welchem  wir  alle  Erscheinungen  als  blosse  Vorstellungen
und  nicht  als  Dinge  an  sich  selbst  ansehen',  kann  zugleich
empirischer  Realismus  sein,  d.  h.  die  Existenz  der  Materie  einräumen,
  weil  er  dieselbe  ,blos  für  Erscheinung,  die  von  unserer
Sinnlichkeit  abgetrennt  nichts  ist,  d.  i.  für  eine  Art  Vorstellungen ­
  (Anschauung)  gelten  lässt,  welche  äusserlich  heissen,
nicht  als  ob  sie  sich  auf  an  sich  selbst  äussere  Gegenstände
bezögen,  sondern  weil  sie  Wahrnehmungen  auf  den  Raum  beziehen, ­
  in  welchem  alles  ausser  einander,  er  selbst  aber,  der
Raum,  in  uns  ist'  (S.  615.  II.).
Und  nun  leuchtet  ein,  wienach  Berkeley,  im  Sinne  der
ersten  Ausgabe  eigentlich  gar  kein  Idealist  heissen  darf.  Er  ist
            
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